Nachdem wir vor Monaten eine frühe Beta-Software vorab testen konnten, sind wir erneut nach Seoul gereist, um die finale Serienversion von Hyundais nächster Generation des Pleos Connect Infotainmentsystems zu erleben. Eingebaut im überarbeiteten Hyundai Grandeur Facelift, markiert sie einen großen Sprung bei der Umstellung der Hyundai Motor Group auf Software-Defined Vehicles (SDVs), angeführt von ihrer Software-Tochter 42dot.
Unten findet ihr unseren ausführlichen Video-Rundgang, und weiter unten lest ihr die wichtigsten Eindrücke, eine Analyse der Benutzeroberfläche, die physischen Bedienelemente und unsere ehrliche Einschätzung zur Fahrerergonomie.
Was ist Hyundai Pleos Connect?
Pleos Connect ist die Flaggschiff-Cockpit-Plattform der nächsten Generation von Hyundai Motor Group. Angetrieben von einer zugrunde liegenden Android Automotive OS (AAOS) Architektur, löst sie das ältere ccNC (Connected Car Navigation Cockpit) ab, das in aktuellen Modellen zu finden ist.
Das System setzt auf:
Anpassbare Multi-Zonen-Layouts: Ein interaktiver Startbildschirm mit drei Bereichen.
Gesten wie beim Smartphone: Flüssige Wischbewegungen, Pinch-to-Zoom und ein Wischen mit drei Fingern, um Widgets zwischen den Bereichen zu verschieben.
Intelligente Luftausströmer-Steuerung: Digitale Einstellung der Lüftungsdüsen, wie man sie von modernen minimalistischen EVs kennt.
Nativer App-Ökosystem: Schnelle App-Integration über Android, darunter Spotify, Naver Whale, YouTube und lokale Streaming-Plattformen.
Drei-Zonen-Layout & die Analyse der Benutzeroberfläche
Im Grandeur auf dem Fahrersitz ist das breite Zentraldisplay optisch in drei Zonen aufgeteilt:
Festes Fahrzeugbedienfeld (linke Seite): Hyundai verankert die wesentlichen Fahrzeugfunktionen dauerhaft auf der linken, dem Fahrer am nächsten liegenden Seite des Displays. Dazu gehören Schnellzugriffe auf Türverriegelung, Kindersicherung, Einstellungen der Außenspiegel, Auto Hold, Kofferraumöffnung und Außenbeleuchtung.
Modulare Haupt-Widgets (Mitte & rechts): Anders als bei früheren Hyundai-Oberflächen sind die beiden übrigen Zonen vollständig modular. Man kann durch Medien, Karten und Widgets wischen, sie in der Größe anpassen oder ihre Anordnung per Multi-Touch-Gesten tauschen.
Video: Kompletter Pleos-Connect-Rundgang im Praxistest
Dunkelmodus & Display-Hardware
Pleos Connect bringt ein integriertes Dunkelmodus-Design mit. Das Displaypanel selbst ist zwar kein OLED – bei völliger Dunkelheit zeigt tiefschwarzer Kontrast also ein leichtes Aufleuchten der Hintergrundbeleuchtung –, doch Auflösung, Blickwinkel und die matte Antiglare-Beschichtung sorgen auch bei grellem Sonnenlicht für klare Sicht.
Hat Hyundai die physischen Tasten behalten?
Eines der größten Bedenken moderner Autokäufer ist das Verschwinden haptischer Schalter. Zum Glück hat Hyundai nicht jede Taste gestrichen:
Klimabedienung: Für Temperaturregelung, Lüfterdrehzahl, Luftverteilung sowie Sitzheizung und -belüftung bleiben eigene physische Schalter erhalten.
Audio & Shortcuts: Ein physischer Lautstärkeregler und zentrale Schnellzugriffe bleiben auf der Mittelkonsole erreichbar.
Lenkradtasten: Multifunktionstasten am Lenkrad erlauben die Navigation durch die wichtigsten Funktionen des Kombiinstruments, ohne zum Zentralbildschirm greifen zu müssen.
Das Fahrerdisplay & ergonomische Eigenheiten
Über dem Hauptbildschirm sitzt ein ultrabreites horizontales digitales Kombiinstrument, begleitet von einem farbigen Head-Up-Display (HUD).
Während der horizontale Bildschirm die wichtigsten Fahrinformationen zeigt – etwa Geschwindigkeit, Abbiegehinweise, Routendaten und Verbrauch –, bringt er zwei bemerkenswerte Eigenheiten mit:
Redundante Informationen: Da das horizontale Kombiinstrument bereits hoch im natürlichen Blickfeld des Fahrers sitzt, wirkt ein traditionelles HUD mit nahezu identischen Daten überflüssig.
Sicht auf das Lenkrad (das „i-Cockpit“-Dilemma): Ähnlich wie bei Peugeots Layout mit kleinem Lenkrad und hoch sitzendem Kombiinstrument kann bei größeren Fahrern der obere Lenkradkranz das horizontale Display teilweise verdecken. Ein Tieferstellen der Lenksäule schafft freie Sicht, geht aber zulasten einer bequemen Sitzposition.
KI-Assistent & globaler Rollout
Im koreanischen Grandeur-Testwagen war der integrierte KI-Assistent (Cleo AI) auf koreanische Spracheingabe beschränkt. Vertreter von Hyundai und 42dot bestätigten jedoch, dass eine englischsprachige Version von Cleo AI zeitgleich mit der bevorstehenden Markteinführung des Systems im Ausland starten wird.
Darüber hinaus waren bei diesem Grandeur mit Verbrenner-/Hybridantrieb im Test einige digitale Fahrzeugfunktionen (etwa die Öffnung des vorderen Kofferraums und elektrische Türen) naturgemäß ausgegraut. Diese Funktionen werden in kommenden dedizierten EV-Flaggschiffen debütieren, darunter der erwartete Genesis GV90.
Fazit: Ein echter technologischer Meilenstein für Hyundai
Hyundais Pleos Connect wirkt deutlich schneller, aufgeräumter und smartphone-intuitiver als jede Generation der Hyundai-Software zuvor. Das Android-Automotive-Fundament sorgt für flüssige Übergangsanimationen, reaktionsschnelle Gestensteuerung und ein Software-Framework, das per Over-the-Air-Updates (OTA) kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Habt ihr Fragen zu Pleos Connect oder zum Grandeur Facelift? Schreibt einen Kommentar unter unser YouTube-Video oder lasst uns unten eure Gedanken da!

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