Die US-Regierung hat angekündigt, dass die Zölle auf in Südkorea hergestellte Autos von 15 % auf 25 % steigen – ein Schritt, der den Kostendruck in der gesamten südkoreanischen Automobilindustrie deutlich erhöhen könnte. Die Zollanpassung dürfte erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Hyundai Motor Company und Kia haben und möglicherweise zu jährlichen Mehrkosten von fast 5 Billionen Won führen.
Die Ankündigung erfolgte am Dienstag über den Social-Media-Account von US-Präsident Donald Trump und gilt nicht nur für Autos, sondern auch für Holz, Pharmazeutika und andere reziproke Handelskategorien.
Steigende Kostenbelastung für Hyundai Motor und Kia
Analysten schätzen, dass der wieder eingeführte 25-Prozent-Zoll Hyundai Motor allein mit Mehrkosten von über 4 Billionen Won (2,8 Milliarden US-Dollar) belasten könnte – zu einer Zeit, in der der Hersteller bereits mit einer schwächelnden globalen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und steigendem Investitionsdruck im Ausland konfrontiert ist.
Laut Meritz Securities erhöht jeder Anstieg der Zölle um zehn Prozentpunkte die Betriebskosten um etwa:
- 3,1 Billionen Won für Hyundai Motor
- 2,2 Billionen Won für Kia
Dieselbe Analyse prognostiziert, dass höhere Zölle Folgendes reduzieren könnten:
- Hyundais Betriebsgewinn um 23 %
- Kias Betriebsgewinn um 21 %
Bei vollständiger Umsetzung würde die Zollerhöhung die Rentabilität beider Hersteller deutlich schwächen, insbesondere bei Fahrzeugen, die von Südkorea in die USA exportiert werden.
Begrenzte Möglichkeiten, den Schock abzufedern
Branchenexperten warnen, dass Hyundai und Kia diesmal nur begrenzte Spielräume haben, um die Auswirkungen abzufedern.
„In früheren Phasen hoher Zölle konnten die Hersteller einen Teil des Schocks durch Lagerbestände abfedern“, sagte Lee Hang-gu, Forscher am Korea Automotive Technology Institute. „Diesmal sind die Lagerbestände bereits aufgebraucht, sodass die Auswirkungen voraussichtlich direkt zu spüren sein werden.“
Lee fügte hinzu, dass die Zollerhöhung um zehn Prozentpunkte in etwa den operativen Margen der Hersteller entspricht, was bedeutet, dass die Kosten nahezu direkt in eine geringere Rentabilität umschlagen könnten, anstatt intern ausgeglichen zu werden.


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Historische Präzedenzfälle verdeutlichen das finanzielle Risiko
Die potenziellen Auswirkungen werden durch die jüngste Geschichte unterstrichen. Nachdem im April letzten Jahres ein Zoll von 25 % verhängt wurde, verzeichneten Hyundai und Kia allein im zweiten und dritten Quartal kombinierte Verluste von 4,64 Billionen Won.
Unter Einbeziehung der noch nicht veröffentlichten Ergebnisse des vierten Quartals wird der Jahresbetriebsgewinn für 2025 auf 21,5 Billionen Won prognostiziert, was einem Rückgang von 20,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Diese Zahlen verdeutlichen die Sensitivität der Gewinne südkoreanischer Hersteller gegenüber US-Zöllen.
Breitere Auswirkungen auf die koreanische Autoindustrie
Die Zollerhöhung würde auch GM Korea betreffen, das rund 90 % seiner Produktion in die USA exportiert. Analysten warnen, dass anhaltend höhere Zölle die Rentabilität der Produktionsstätten von GM Korea gefährden könnten, was Bedenken hinsichtlich möglicher Werksschließungen aufkommen lässt.
Fahrzeuge, die in Häfen wie Pyeongtaek in der Provinz Gyeonggi auf den Export warten, unterstreichen das Ausmaß der Abhängigkeit Koreas vom US-Markt für den Export fertiger Autos.
Marktreaktion und Analystenausblick
Trotz anfänglicher Volatilität deutete die Reaktion der Anleger auf vorsichtigen Optimismus hin, dass die Zollerhöhung möglicherweise nicht von Dauer ist. Hyundai-Aktien erholten sich von den meisten frühen Verlusten und schlossen 0,81 % schwächer bei 488.500 Won, während Kia-Aktien den Handel 1,1 % schwächer bei 153.500 Won beendeten.
Einige Analysten interpretieren die Ankündigung eher als Druckmittel denn als endgültige politische Kehrtwende. Der Zollschritt wird mit Verzögerungen bei der parlamentarischen Genehmigung von Gesetzen in Südkorea in Verbindung gebracht, die an Investitionszusagen in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar an die USA geknüpft sind.
„Wenn Korea seine Investitionszusagen durch Gesetzesgenehmigungen oder andere Mittel erfüllt, werden die Zölle voraussichtlich wieder auf die vereinbarten 15 % sinken“, sagte Song Sun-jae, Analyst bei Hana Securities, und merkte an, dass die Gewinnprognosen noch nicht an die höheren Zollkosten angepasst wurden.
Ausblick für Hyundai Motor und Kia
Während die Unsicherheit bestehen bleibt, stellt die mögliche Rückkehr zu einem 25-Prozent-Zoll ein klares Abwärtsrisiko für Hyundai und Kia in naher Zukunft dar. Höhere Kosten könnten sich auswirken auf:
- Exportrentabilität
- Preisstrategien für Fahrzeuge in den USA
- Kapitalallokation und künftige Investitionsentscheidungen
Ob die Zölle bestehen bleiben oder erneut angepasst werden, wird eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der finanziellen Leistung und Produktionsplanung der führenden südkoreanischen Hersteller spielen.
Fazit
Die vorgeschlagene Erhöhung der US-Autozölle auf Südkorea von 15 % auf 25 % könnte Hyundai Motor und Kia mit Milliarden Won an zusätzlichen Kosten belasten und den bestehenden Druck durch Marktabschwünge und globale Investitionsanforderungen verstärken. Während einige Analysten erwarten, dass die Maßnahme vorübergehend ist, verdeutlicht das finanzielle Risiko die anhaltende Verwundbarkeit exportabhängiger Hersteller gegenüber handelspolitischen Veränderungen.
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