Start / Genesis / 6. Februar 2026

Neuer Bericht behauptet: Genesis-Konzepte sind keine „Echten“ – sondern umgebaute Serienautos

genesis magma gt production

Während die meisten Konzeptfahrzeuge auf Automessen kaum mehr als nicht funktionsfähige “rollende Skulpturen” sind, die eher Design als Geschwindigkeit präsentieren sollen, schien Genesis kürzlich aus der Reihe zu tanzen, indem die Marke eine Flotte voll funktionsfähiger Prototypen wie den Magma GT und den X Skorpio enthüllte. Doch eine neue Untersuchung von Motor1 legt nahe, dass diese Fahrzeuge vielleicht nicht die hausgemachten Wunderwerke sind, die sie zu sein scheinen, sondern vielmehr “Identitätsdiebe”, die auf bestehenden Plattformen anderer Hersteller aufbauen. Trotz des enormen Zeit- und Kostenaufwands, der normalerweise für die Entwicklung eines funktionierenden Antriebsstrangs und Fahrwerks von Grund auf erforderlich ist, deuten die Beweise darauf hin, dass Genesis einen cleveren Abkürzungsweg gewählt hat: Die atemberaubende “Two Lines”-Designsprache wurde über das bewährte Fahrgestell des C8 Corvette und des legendären Local Motors Rally Fighter gestülpt.

Der Magma GT: Ein Corvette im koreanischen Gewand?

Der Genesis Magma GT wurde als Mittelmotor-Wunder angekündigt und deutete eine Zukunft an, in der die Luxusmarke es mit Ferrari aufnimmt. Aber wenn man hinter die schlanken Linien und die charakteristische “Two Lines”-Beleuchtung blickt, sieht die DNA verdächtig amerikanisch aus.

Der “TPC”-Rauchmelder

Der stärkste Beweis liegt im Gummi. Der Magma GT steht auf Michelin Pilot Super Sport Cup 2R-Reifen. Obwohl jeder Michelins kaufen kann, tragen diese speziellen Reifen die “TPC Spec”-Kennzeichnung (Tire Performance Criteria).

Warum das wichtig ist: TPC-Spezifikationen sind proprietäre Codes für Reifen, die von General Motors speziell für Fahrzeuge wie den C8 Corvette entwickelt wurden.

Passende Hardware

Über die Reifen hinaus sind die technischen Ähnlichkeiten kaum zu übersehen:

  • Radstand & Spurweite: Die Reifengrößen (275/30ZR20 vorne, 345/25ZR21 hinten) sind ein exakter Treffer für den Corvette Z06.
  • Strukturkomponenten: Die Befestigungspunkte für die vorderen Kühler, die Form der Tankenden und sogar die Architektur des hinteren Hilfsrahmens scheinen nahezu identisch mit dem C8-Chassis zu sein.
  • Der Innenraum: Trotz Genesis‘ Versuchen, das Cockpit zu verbergen, zeigen aufgehellte Fotos einen Mitteltunnel, der das ikonische “Wand der Knöpfe”-Layout des C8 widerspiegelt.
Genesis X Skorpio

Der X Skorpio: Ein “Rally Fighter” wiedergeboren?

Wenn der Magma GT ein umgekleideter Corvette ist, dann scheint der X Skorpio – ein aggressives Offroad-Biest – eine Hommage an einen Kultklassiker zu sein: den Local Motors Rally Fighter.

Der Rally Fighter war ein Open-Source-Geländewagen, der in limitierter Stückzahl produziert wurde. Quellen und CAD-Datenüberlagerungen zufolge teilt sich der X Skorpio einen Radstand von 115,0 Zoll mit dem Rally Fighter.

Wesentliche Gemeinsamkeiten:

  • Das Skelett: Der Rohrrahmen und die spezifische Aufwärtsneigung des Getriebetunnels sind ein totes Abbild des Local-Motors-Designs.
  • Standardteile: Das Konzept verfügt sogar über ein Momo-Lenkrad – ein Markenzeichen des original Rally Fighter –, das lediglich mit Alcantara bezogen und mit einem Genesis-Emblem versehen wurde.
  • Das V8-Mysterium: Genesis gibt für den Skorpio 1.100 PS aus einem V8 an. Da Genesis derzeit keinen leistungsstarken V8 produziert, scheint der 6,2-Liter-LS3-Motor (das ursprüngliche Herz des Rally Fighter) der wahrscheinliche stille Partner zu sein.

Genialer Abkürzungsweg oder Marken-Patzer?

Es ist wichtig zu betonen, dass nichts, was Genesis getan hat, illegal ist. In der Welt der Konzeptfahrzeuge ist das “Mulen” oder die Verwendung vorhandener Fahrgestelle zur Erprobung der Designsprache eine altehrwürdige Tradition. Der Bau einer maßgeschneiderten Mittelmotor-Plattform für ein einmaliges Showcar kostet Millionen; das Umkleiden eines C8 Corvette ist ein logistischer Geniestreich.

Dennoch ist das Schweigen von Genesis bezeichnend. Auf Nachfrage zur Plattformteilung erklärte ein US-Sprecher, man habe “keine Details mitzuteilen”. Chevrolet hielt sich unterdessen bedeckt und erklärte, man habe nicht an dem Projekt gearbeitet.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste.