Start / Südkorea / 30. Juni 2021

Erneuter Streik droht bei der Hyundai Motor Group

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Laut mehreren südkoreanischen Zeitungen droht Hyundai ein weiterer Streik, nachdem der südkoreanische Autobauer am 29. eine Unterbrechung der Verhandlungen zum 13. Tarifvertrag bekannt gegeben hatte. Die Gewerkschaft lehnte die Vorschläge des Managements ab und kündigte umfassende Arbeitskampfmaßnahmen an.

Das Management schlug der Gewerkschaft mit einer Frist bis zum 30. eine Erhöhung des Grundgehalts um 50.000 Won (44,21 US-Dollar) inklusive Boni, eine 100%-Bonuszahlung plus 3 Millionen Won (2.652 US-Dollar), 2 Millionen Won als Anreiz für Qualitätsverbesserungen (1.768 US-Dollar) sowie 100.000 Punkte für zwei aufeinanderfolgende Schichten im Jahr 2021 vor.

Die Gewerkschaft erklärte jedoch, dass das Angebot hinter den Erwartungen zurückblieb. Die ursprünglich von der Gewerkschaft geforderten Vorschläge umfassten eine Grundgehaltserhöhung von 99.000 Won (87,54 US-Dollar – fast das Doppelte) und einen Bonus in Höhe von 30 % des Jahresnettogewinns.

Die Gewerkschaft erklärte die Verhandlungen für unterbrochen und reichte noch am selben Tag einen Vermittlungsantrag bei der Zentralen Arbeitsbeziehungskommission ein. Die Schlichtungsfrist läuft bis zum 12. des nächsten Monats. Am 5. Juli findet eine außerordentliche Delegiertenversammlung zur Entscheidung über Arbeitskampfmaßnahmen statt, und am 6. und 7. Juli wird eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über die Arbeitskampfmaßnahmen durchgeführt.

Hyundai E-GMP Plattform

Weitere Verhandlungen blieben jedoch offen. Die Gewerkschaft plant, den Streit wieder aufzunehmen, falls sie ein zufriedenstellendes Verhandlungsangebot vom Management erhält. Die Branche geht jedoch davon aus, dass es für das Management schwierig sein wird, zusätzliche Vorschläge zu unterbreiten, die den Forderungen der Gewerkschaft entsprechen.

Das Management betrachtet den Vorschlag der Gewerkschaft zur Anhebung des Renteneintrittsalters als eine unter den aktuellen Managementbedingungen inakzeptable Forderung, während die Gewerkschaft ihrerseits an ihrem Widerstand gegen den Vorschlag festhält, den Tarifverhandlungszyklus von zwei auf drei Jahre zu verlängern.

Sollte die Gewerkschaft in den Streik treten, dürfte auch das Zukunftsgeschäft von Hyundai Motor mit Elektrofahrzeugen darunter leiden. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 insgesamt 23 Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen, beginnend mit dem ersten Elektrofahrzeug auf einer dedizierten Plattform, dem IONIQ 5, in diesem Jahr. Ein Branchenvertreter sagte: „Wenn der Streik stattfindet, ist es unvermeidlich, dass die Zukunftspläne von Hyundai Motor überarbeitet werden müssen.“

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