Der südkoreanische Batterielieferant SK Innovation gab heute bekannt, dass er Zellen entwickelt, die mit nur zwei schnellen 10-minütigen Ladungen eine Reichweite von über 800 km ermöglichen, wenn sie in einem Elektroauto verbaut sind – und Hyundais Ioniq 5 könnte das erste Modell sein, das sie erhält.
Der Bericht stammt von Auto Motor und Sport, wo es heißt, dass der Hyundai Ioniq 5 (das erste Modell der neuen Ioniq-Submarke) das erste Fahrzeug sein wird, das diese Batterie in einer Langstreckenversion mit zwei Motoren erhält, die Ende 2021 auf den Markt kommen soll.
Das Unternehmen gab an, dass die Entwicklung neuer Batteriezellen voraussichtlich in der ersten Hälfte des nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. Diese Zellen könnten, so das Unternehmen, „eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung von Elektrofahrzeugen spielen“.
Die Ankündigung erfolgte auf einem Fachkongress für Batterietechnologie, der von der südkoreanischen Regierung finanziert wurde. Details zur Chemie der neuen Zellen wurden noch nicht genannt, jedoch wurde erwähnt, dass die hohe Reichweite durch Technologie mit hochdichten Nickel-Anteilen und modernster Technik unterstützt wird, die mehr als 1.000 Lade-/Entladezyklen ermöglicht.
Mit SKIs naher Zukunftstechnologie könnten Elektroautos möglicherweise eine bescheidenere Zellkapazität – etwa im Format eines Kleinwagens – nutzen und dennoch Langstreckenfahrten mit minimalen Ladepausen bewältigen.

Obwohl Hyundai- und Kia-Elektrofahrzeuge bereits dieselben EV-Antriebskomponenten und Software nutzen, verwenden die meisten Hyundai-Modelle wie der Kona Electric (der bereits wegen Bränden zurückgerufen wurde) Zellen von LG Chem, während die meisten Kia-Modelle wie der Kia Niro EV Zellen des Konkurrenten SK Innovation verwenden.
Derzeit schwelt ein Streit zwischen SKI und LG Chem. Letztere hat den koreanischen Konkurrenten bei der US-Handelskommission wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen angezeigt. LG Chem will die Herstellung von Batteriezellen in den USA und den Import von Komponenten verhindern.
Eine Entscheidung in dem Fall soll erst am 10. Dezember 2020 fallen. Der Streit zwischen den beiden südkoreanischen Batterieherstellern könnte im Falle eines Importverbots für SKI die Versorgung mit wichtigen Komponenten – etwa für VW und Ford (die in den USA hergestellte SK-Batterien für ID.4 und F-150 verwenden) – unterbrechen und Arbeitsplätze kosten.
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