
Der Kia K5 sorgt seit seiner ersten Generation mit seinem stilvollen Design für Gesprächsstoff. Denn er präsentierte eine Vielzahl frischer und unkonventioneller Ansätze, die man in der Mittelklasse bis dahin nicht gesehen hatte – darunter schmale, weit nach außen gezogene Scheinwerfer, einen markanten Kühlergrill, Speedlines und eine dynamische Silhouette.
Das Design des K5 erregte weltweit Aufsehen und revolutionierte den konservativen globalen Markt der Mittelklasse-Limousinen. Der neue K5 der dritten Generation möchte diese Design-Innovation, die bereits die erste und zweite Generation auszeichnete, fortsetzen. Die Bürde, die gestalterischen Leistungen des ersten Modells zu übertreffen, muss bewältigt werden. Wir trafen das Exterieur-Designteam 2 von Kia, das für die Außengestaltung des neuen K5 verantwortlich zeichnete.

Frage: Der K5 steht für Kias Design-Innovation. Die Last, die Bedeutung und Identität des K5 weiterzuentwickeln, scheint nicht gering gewesen zu sein.
Sung Wook Kim / Principal Researcher | Der K5 ist eines der Vorzeigemodelle von Kia Motors, das Design-Management großschreibt. Insbesondere das Design der ersten Generation war so einflussreich, dass es auch andere Limousinen beeinflusste. Bei der Entwicklung des Nachfolgemodells lastete die Bürde auf uns, die gute Bewertung des Vorgängers zu übertreffen. Aus diesem Grund konnte die zweite Generation das Design der ersten nicht grundlegend verändern. Der neue K5 hingegen unternahm große Anstrengungen, sich vom traditionellen Stil zu lösen, ohne seine unverwechselbaren Merkmale zu verlieren. Besonders schwierig war der Prozess, die Frische zu bewahren und gleichzeitig das Design im Konsens aller Beteiligten zu vollenden.

Das Hydrofoil-Stoßfänger-Design betont die Dreidimensionalität, während die Motorhauben-Trennlinie entfiel, um ein aufgeräumtes Erscheinungsbild zu wahren.

Die größte Veränderung am neuen K5 ist die weiterentwickelte Tiger Nose. Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass Chrom in der Frontansicht sehr sparsam eingesetzt wird. Bisher verbanden die Zierleisten die Scheinwerfer mit der Außenseite des Kühlergrills, doch diesmal integriert die dreidimensionale Wölbung beide Elemente auf natürliche Weise. Auch die Motorhaube wurde länger gezogen und die Trennlinie zum Stoßfänger entfernt. Die Wahl fiel darauf, den Blick auf das Tagfahrlicht (DRL) zu lenken, während der vordere Teil aus Stoßfängern in Form verschiedener Linien und Tragflächen (am Unterboden angebrachte Flügel) besteht. Eine Vielzahl von Designelementen wurde mobilisiert, um ein schlichtes und sportliches Bild zu vermitteln.

F. Der Trend auf dem Markt für Mittelklasse-Limousinen hat sich verändert. Auch die ausländischen Wettbewerber setzen auf ein sportliches Image. Welche Designstrategie verfolgt der K5, um sich von anderen Fahrzeugen abzuheben?
Kyu-Hwan Kim | Bei Mittelklasse-Limousinen werden je nach Region unterschiedliche Modelle verkauft, um den Kundenwünschen in Kontinenten wie den USA und Europa gerecht zu werden. Der VW Passat und der alte Honda Accord sind typische Beispiele. Der K5 hingegen wird in vielen Teilen der Welt als ein einziges Modell angeboten. Daher galt es, die Bedürfnisse verschiedener Kunden weltweit zu erfüllen und die veränderten Markttrends abzubilden.
Da sich die Designvorlieben der Kunden in letzter Zeit gewandelt haben, zeigen die wichtigsten ausländischen Wettbewerbsmodelle einen Stil, der stärker an ein Coupé erinnert. Daher entschied man sich, mit einem fortschrittlicheren und raffinierteren Stil als die Konkurrenz zu punkten. Zu diesem Zweck wurden bereits in der Designentwicklungsphase die Meinungen der Produktteams aus dem Ausland und dem Inland eingeholt und umgesetzt. Je häufiger dieser Prozess wiederholt wurde, desto ausgereifter wurde das Design.

Seung-Tae Kim / Senior Researcher | Das Designkonzept des K5 lässt sich mit dem Begriff „Kombination“ zusammenfassen. Es vereint Elemente wie die durchgehenden Rückleuchten, die linke und rechte Seite verbinden, sowie die umlaufenden Chromzierleisten, die das Heckdeckel umschließen. Ich bin überzeugt, dass diese Kombination aus einem glatten, dynamischen Auftritt und den intensiven Details dem Design einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Besonders der Fastback-Stil, die solide Karosserievolumen, die markanten Scheinwerfer und die dreidimensionalen Stoßfänger sowie die coole, durchgezogene Charakterlinie werden viele Liebhaber finden.

F: Die Form des Scheinwerfers und des Tagfahrlichts (DRL) ist sehr ungewöhnlich. Wo haben Sie die Inspiration gefunden?
Sung Wook Kim / Principal Researcher | Scheinwerfer vermitteln die Designrichtung und Identität eines Automobilherstellers. Die Scheinwerfer des K5 sind schmal und elegant und betonen ein Hightech-Image. Der Entwicklungsprozess verlief nicht reibungslos. Da das Gehäuse klein war, konnten die üblicherweise verwendeten Halogenlampen nicht eingesetzt werden. Daher kamen LED-Lampen mit kleiner Lichtquelle zum Einsatz. Das war zwar eine Kostenbelastung, aber ein zentrales Designelement, auf das wir nicht verzichten konnten. Das Tagfahrlicht (DRL) ist von Herzfrequenzgrafiken inspiriert. Es ist eine visuelle Darstellung des Pulses und der Geschwindigkeit einer Herzfrequenzkurve. Besonders herausfordernd war die Detailarbeit, um die Abstimmung mit anderen Elementen zu gewährleisten, sowie die Prüfung der Produzierbarkeit, um Probleme aufgrund der ungewöhnlichen Scheinwerferform während der Serienproduktion zu vermeiden. Glücklicherweise hat uns der Designer der Lampen aktiv unterstützt, sodass die Serienproduktion realisiert werden konnte.

F: Der neue K5 hat eine ausgewogene Proportion. Welche spezifischen Änderungen haben Sie vorgenommen?
Sung Wook Kim / Principal Researcher | Je länger der Abstand zwischen Vorderrad und Lenkrad, das sogenannte Dash-to-Axle, desto eleganter und dynamischer wirken die Seitenproportionen. Allerdings haben Fronttriebler eine Struktur, die diese Anordnung nur schwer umsetzen lässt. Der neue K5 nutzt eine Plattform der dritten Generation. Dadurch wurde der vordere Überhang um 20 mm reduziert und der Dash-to-Axle-Abstand vergrößert. Mit anderen Worten: Er wirkt optisch harmonischer und eleganter.

Seung-Tae Kim / Forscher | Gleichzeitig wurden die Länge und der Radstand um 50 mm bzw. 45 mm vergrößert, die Höhe um 20 mm verringert, was der Seite einen stabileren Eindruck verleiht. Zudem wurden die Cowl-Punkte (Grenze zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe) um 40 mm nach hinten versetzt, um die dynamische Optik zu betonen. Mit anderen Worten: Der Anteil der Motorhaube an der Gesamtfläche wurde vergrößert und das Heck optisch entlastet, um ein Gefühl von Geschwindigkeit zu vermitteln. Zu beachten ist, dass ein kurzer vorderer Überhang aus der Vogelperspektive stumpf wirken kann. Daher wurden die Scheinwerfer diagonal angeschnitten, um auch aus verschiedenen Blickwinkeln einen dynamischen Eindruck zu erzeugen. Aus diesem Grund wirkt der neue K5 dynamischer.


F: Was hat Ihnen am K5-Exterieurdesign am besten gefallen?
Sung Wook Kim / Leitender Forscher | Neue Ansätze sind stets mit Herausforderungen verbunden. Das gilt auch für das Design. Einzigartige Versuche, die man bei anderen Autos nicht sieht – wie die vorderen Kotflügel, die auf die spitzen Enden der Scheinwerfer treffen, die Gesichtsformung der C-Säule und die umlaufende Chromleiste – waren Stolpersteine bei der Crashtauglichkeit, im Presswerk und beim Spritzguss. Diese Hürden wurden mit Hilfe der zuständigen Abteilungen und Ingenieure überwunden. Als Designer habe ich mich ebenfalls intensiv um die Verbesserung von Details gekümmert, die bei anderen Fahrzeugen oft vernachlässigt werden. Aus meiner Sicht fügen sich die Gesamtelemente der Rückleuchten, der dreidimensionale Stoßfänger und die Volumen der Radhäuser harmonisch zusammen.

Der neue K5 präsentiert einen Stil mit hoher Präsenz, der dem sich wandelnden Trend im Markt der Mittelklasse-Limousinen folgt. Evolvierte Tigernase, unkonventionelle Scheinwerfer, dynamisches Fastback-Design, fein abgestimmte Details, harmonische und elegante Proportionen. Die attraktive Erscheinung des K5 erregte genug Aufmerksamkeit. Es bleibt zu hoffen, dass der in die dritte Generation entwickelte K5 die Messlatte für globale Mittelklassefahrzeuge erneut höher legt.
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