Start / Technik / 12. Januar 2016

Kia autonom fahrendes Fahrzeug auf Hyundais Testgelände

Kia Autonomous Driving Vehicle at Hyundai Proving Grounds

Kia auf der CES (12 von 21)DSC_0333-01Kia hat intensiv an der Entwicklung seines neuen autonomen Fahrzeugs gearbeitet, das uns auf Hyundais kalifornischem Testgelände (CPG) präsentiert wurde. Auch andere Hersteller haben an eigenen autonomen Fahrzeugen getüftelt, doch keiner ist in der Entwicklung so weit gekommen wie Kia.

Als Basis für das Projekt dient der Kia Soul EV. Er war nicht nur eine hervorragende Demonstration der laufenden Elektroauto-Forschung, sondern auch der Integration neuer Ideen in bestehende Technik.

Innenraum

Kia behielt das zweifarbige Innenraum-Design bei – Schwarz & Rot sowie Weiß & Türkis. Die Technik war harmonisch in den Innenraum integriert und verlieh ihm ein hochwertiges Ambiente, das Präzision und Qualität widerspiegelte.

Kia auf der CES (14 von 21)

Exterieur
Das zweifarbige Thema setzte sich außen mit einer schönen Lackierung und Grafiken fort, die Kias Mission „Green & Intelligent Safety Driving“ für die Zukunft zeigen. Bei näherer Betrachtung des Soul fielen die zusätzlichen Sensoren für das autonome Fahren auf – sie waren so geschickt platziert, dass die Neuerungen kaum auffielen.

Das Fahrerlebnis
Kia begann die autonome Fahrt auf beeindruckende Weise: Ein Kia-Ingenieur rief das Auto buchstäblich per Smartwatch herbei. Es war beeindruckend zu sehen, wie der Soul seinen Parkplatz verließ und sich wie ein Parkservice vor uns positionierte.


Im Innenraum erlebten wir, wie der Soul selbstständig vom Gebäude weg zur Hochgeschwindigkeitsrunde fuhr. Während der Fahrt bewies das Auto seine Fähigkeiten, indem es sofort stoppte, wenn jemand vor ihm die Straße überquerte, und Stoppschilder sowie Ampeln zuverlässig erkannte. Der Soul hielt sich vorbildlich an alle Verkehrsregeln des normalen Fahrbetriebs.

Auf der Auffahrt zur Autobahn spürten wir, wie der Soul auf Autobahntempo beschleunigte. Kia ging noch einen Schritt weiter und führte den Soul auf seiner 10,3 Kilometer langen und drei Spuren breiten Hochgeschwindigkeitsoval zusammen mit drei anderen Fahrzeugen vor. Mehrere Übungen simulierten den Autobahnverkehr, und in jeder einzelnen meisterte der Soul die Aufgabe perfekt. Im Stop-and-Go-Verkehr etwa passte sich das Auto nahtlos dem Tempo der anderen Fahrzeuge an, hielt respektvollen Abstand und antizipierte, wenn andere Autos unvermittelt auf seine Spur wechselten. Darüber hinaus wechselte der Soul ohne jeglichen Fahrereingriff die Spur, um ein langsameres Fahrzeug zu überholen. Während der Vorführung scheute der Soul nicht davor zurück, ordentlich Tempo aufzunehmen – er erreichte bis zu 112 km/h, blieb dabei aber auf geraden Strecken und in langgezogenen Kurven stets geschmeidig.

Sicherheitsfunktionen
Eines der beeindruckendsten Features während der Demonstration war das Fahrerbewusstsein: Ein Ingenieur simulierte einen einnickenden oder kranken Fahrer, woraufhin der Soul mittels Augen- und Körpererfassungstechnologie reagierte und einen Sicherheitsmodus einleitete. Der Soul wechselte intelligent die Spur, erkannte den Seitenstreifen, fuhr rechts heran und setzte einen Notruf ab. Darüber hinaus kommunizierte der Soul während der Übung per Funk mit dem Sicherungsfahrzeug und wurde sicher über eine Cyber-Verbindung abgeschleppt – ganz ohne Gurte, zusätzliche Anschlüsse oder sonstige Hilfsmittel. Das ließ viele von uns sprachlos zurück.

Fazit: Kias autonomer Soul EV hat uns tief beeindruckt und einen Vorgeschmack auf das gegeben, was die Zukunft bringt. Obwohl sich das Projekt noch in der Anfangsphase befindet, hat Kia in so kurzer Zeit bereits enorm viel erreicht. Als wir nach der Vorführung das Fahrzeug verließen, tippte der Kia-Ingenieur ein letztes Mal auf seine Smartwatch – und der Soul parkte sich buchstäblich von selbst ein. Das wünschten sich viele von uns für alle unsere Autos.

Kias Pläne für das autonome Fahrzeug
In ihrer Pressekonferenz kündigte Kia einen schrittweisen Plan an, um das autonome Fahrzeug bis 2030 verfügbar zu machen. Der erste Schritt ist eine Investition von zwei Milliarden US-Dollar in die Forschung zum autonomen Fahren bis 2018. Darüber hinaus ist geplant, auf dem firmeneigenen Testgelände einen Bereich zu schaffen, der ausschließlich der Erforschung des autonomen Fahrens dient. Teil dieser Baumaßnahmen ist die Errichtung einer Zone, die städtische Bedingungen mit Häusern, Stoppschildern und Ampeln simuliert. Zudem wird Kia bereits lange vor der Serienproduktion des autonomen Fahrzeugs Schritte zur Integration seiner Technologien unternehmen. Das fortschrittliche Fahrerassistenzsystem (ADAS) soll ab 2020 in allen Kia-Modellen verfügbar sein. Von 2020 bis 2030 wird Kia den Nachfolger von ADAS einführen – ein teilautomatisiertes Fahrprogramm unter dem Namen Drive Wise.

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