Letzte Woche haben wir berichtet, dass Hyundai in Südkorea mehr als 25.000 Einheiten des Kona Electric aufgrund von Brandrisiken durch Batteriezellen zurückruft. Nun plant der Hersteller laut der Nachrichtenagentur YonHap, auch etwa 51.000 Fahrzeuge in Europa, Nordamerika, China und anderen Märkten wegen desselben Defekts zurückzurufen.
Hyundai erklärte am Montag in einer Stellungnahme, dass man sich „in der Endphase der Einreichung einer freiwilligen Rückrufmitteilung bei der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) für US-Kona-EVs befinde und den Prozess der Benachrichtigung der Fahrzeugbesitzer einleiten werde.“
Hyundai wird laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap 37.366 Fahrzeuge in Europa und 11.137 Fahrzeuge in Nordamerika zurückrufen. Die Hyundai-Erklärung erwähnte weder die anderen Märkte noch die Gesamtzahl der zusätzlich zurückzurufenden Elektrofahrzeuge oder die Termine der Rückrufe.
Das südkoreanische Verkehrsministerium hatte letzte Woche mitgeteilt, dass Hyundai seine Kona-EVs freiwillig zurückrufen werde, da ein möglicher Kurzschluss aufgrund fehlerhafter Fertigung der Hochvoltbatteriezellen eine Brandgefahr darstellen könne.
Weltweit wurden laut Yonhap mindestens 16 Fälle von Bränden bei Kona-EVs gemeldet, darunter 2019 in Kanada und Australien. Einer der Vorfälle ereignete sich in der südkoreanischen Stadt Daegu, wo ein in einer Tiefgarage geparkter Kona in Brand geriet.

Unterdessen erklärte LG Chem, das die Batterien für Kona-EVs liefert, letzte Woche, dass defekte Batteriezellen nicht die Ursache für die Brände in Kona-EVs seien und die genaue Ursache noch nicht ermittelt worden sei. Der Zulieferer sagte, ein gemeinsam mit Hyundai durchgeführter Nachstellungsversuch habe nicht zu einem Brand geführt, sodass die Brände nicht auf defekte Batteriezellen zurückzuführen seien. LG Chem lehnte am Montag eine Stellungnahme über das hinaus, was es letzte Woche gesagt hatte, ab.
Die zurückgerufenen Kona-EVs in Südkorea erhalten Software-Updates für alle betroffenen Modelle und bei ausgewählten Modellen einen Batteriewechsel nach Inspektionen.
KB Investment & Securities erklärte in einem Bericht vom Montag, dass Hyundai Kosten von bis zu 600 Milliarden Won (522,1 Millionen US-Dollar) entstehen könnten, wenn das Unternehmen für die bisher weltweit identifizierten fast 77.000 betroffenen Fahrzeuge Batteriewechsel anbietet.
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