Start / Kia / 7. Oktober 2024

KIA UK enthüllt Pride EV Restomod

KIA UK Reveals Pride EV Restomod

Kia UK hat den Kia Pride EV enthüllt, einen einzigartigen ‘Restomod’, der speziell zum 80. Firmenjubiläum gebaut wurde.

Der Pride EV wurde restauriert, modifiziert und erstmals am 6. Oktober beim Bicester Heritage ‘Scramble’ vorgestellt. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Kia UK und dem britischen EV-Antriebsstrang- und Umbauspezialisten Electrogenic.

Pride EV: Kia UKs upgecyceltes Geburtstagsgeschenk an sich selbst

Der Pride EV ist ein einzigartiger und verspielter ‘Restomod’, der in Zusammenarbeit zwischen Kia UK und Electrogenic entstanden ist – ein Liebesprojekt mit Augenzwinkern, basierend auf einem fünftürigen Pride 1.3 LX-Spenderfahrzeug von 1996 aus der Kia-UK-Historiensammlung.

Der upgecycelte Pride EV bringt einen vollelektrischen Antriebsstrang – mit hoher Leistung, sofortigem Drehmoment und null lokalen Emissionen – in ein Auto, das nie für diese Eigenschaften konzipiert wurde. Fast alle ursprünglichen Verbrennerkomponenten werden gegen einen vollelektrischen Antriebsstrang getauscht – lediglich das originale Fünfgang-Schaltgetriebe und die Antriebswellen bleiben erhalten, um maximalen Fahrspass zu gewährleisten.

Die Umrüstung von Benzin- auf Elektroantrieb erfolgte von Hand in Grossbritannien. Der Pride EV ist vollständig strassenzugelassen und soll, irgendwo zwischen Kuriosität und Spielzeug, so fesselnd zu fahren sein wie ein früher Hot Hatch.

Unverfroren und unverblümt behält das Auto sein ursprüngliches, von den 1980ern inspiriertes Design (sowie seine originalen 12-Zoll-Stahlfelgen mit Radkappen). Dennoch übernimmt es einige Elemente, die es mit dem modernen Kia von 2024 verbinden. Noch bis vor kurzem trug der Spenderwagen seinen originalen ‘Kingfisher Blue’-Lack. Nun wurde das Auto komplett zerlegt und in ‘White Pearl’ neu lackiert, einer Farbe, die auch beim Kia EV3, EV6, EV9 und Niro EV zum Einsatz kommt. Auch die Front- und Heckleuchten wurden aufgerüstet, um bei allen Bedingungen besser sehen und gesehen zu werden.

Der Innenraum des Pride EV bleibt mit zeittypischem grauem Stoff bezogen, verfügt nun aber über limettengrüne Paspeln an den Sitzen und limettengrüne Ziernähte auf den Fussmatten. Diese verspielten Details sind eine direkte optische Verbindung zum gleichen Limettengrün, das sich im Innenraum – und an den Bremssätteln – des 577 PS starken Kia EV6 GT findet.

Kia Pride EV Heckansicht

Steckdosenrakete: bis zu 77 % mehr Leistung, 99 % mehr Drehmoment

Der Pride EV ist der leistungsstärkste seiner Art, der je gebaut wurde – eine echte ‘Steckdosenrakete’. Die Spitzenleistung des Motors übertrifft die der ursprünglich im Pride angebotenen Vierzylinder-1,1- oder 1,3-Liter-Motoren deutlich.

Der erste Schritt des Umbaus bestand darin, den 1.324-cm³-Motor, den 37-Liter-Benzintank, die Kraftstoffleitungen und den Einfüllstutzen zu entfernen. Diese wurden durch einen kompakten Elektromotor, zwei 10-kWh-Batteriepakete und einen Ladeanschluss unter der Tankklappe ersetzt.

Als Neuwagen im Jahr 1996 leistete der Originalmotor 60 PS bei 5.500 U/min und entwickelte ein Drehmoment von 118 Nm bei 3.500 U/min. An seiner Stelle arbeitet nun ein Elektromotor, der bis zu 8.000 U/min dreht und bis zu 107 PS (80 kW) bei 3.600–4.800 U/min produziert – eine Steigerung von 77,7 %. Im leistungsstärksten Fahrmodus liefert der Motor des Pride EV zudem ein Spitzendrehmoment von 235 Nm von 0–2.500 U/min, ein Plus von 99,2 %.

Der neue Elektromotor treibt die Vorderräder über das originale Fünfganggetriebe an, das Electrogenic beibehalten und überarbeitet hat. Dazu kommt ein neues, leistungsorientiertes Kupplungspaket, das mit dem erhöhten Drehmoment des Motors zurechtkommt. Die ursprüngliche mechanische Verbindung zwischen Gaspedal und Beschleunigung des Pride wurde ebenfalls durch ein neues Drive-by-Wire-System ersetzt, das für direktere Gasannahme sorgt.

Motor und Getriebe werden von zwei Batteriepaketen mit einer Gesamtkapazität von 20 kWh versorgt. Das vordere 10-kWh-Paket ist unter der Motorhaube untergebracht, das zweite 10-kWh-Paket befindet sich unter dem leicht erhöhten Kofferraumboden.

Dort, wo einst der Tankdeckel saß, befindet sich nun ein Typ-2-Ladeanschluss, der mit einem 3,3-kW-Bordladegerät verbunden ist. Der Pride EV kann an einer herkömmlichen Steckdose oder einer Wandladestation in etwa sechs Stunden von 1 auf 100 Prozent vollständig aufgeladen werden.

Bei vernünftiger Fahrweise im „Eco“-Modus schafft der Pride EV bis zu rund 120 Meilen (ca. 193 km) mit einer Ladung. Bei weniger vernünftiger Fahrweise oder im „Sport“-Modus dürfte diese Reichweite etwas sinken.

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Die Umrüstung von Benzin auf Elektro hat beim Modell zudem nur zu einer geringfügigen Gewichtszunahme geführt: Das Spenderfahrzeug stieg von 850 kg auf 870 kg (ohne Fahrer). Darüber hinaus verbessert die Verteilung der beiden Batteriepakete die Gewichtsverteilung und damit Agilität und Ausgewogenheit. Die zusätzlichen 20 kg werden durch die Gewinne bei Leistung und Fahrleistung mehr als wettgemacht: Das Leistungsgewicht des Wagens steigt im „Sport“-Modus von 71 auf 123 PS pro Tonne – vergleichbar mit verschiedenen benzinbetriebenen Hecktrieblern aus den 1970er- und 1980er-Jahren.

Der Pride EV behält sein originales analoges Instrumententräger für maximale Klarheit, wobei Tacho und Drehzahlmesser mit mechanischen Zeigern „wie in der guten alten Zeit“ funktionieren. Auch die Tankuhr bleibt erhalten, wurde aber umfunktioniert, um den aktuellen Ladezustand der Batterie anzuzeigen. Dies wurde durch die proprietäre Elektronikpaket „DCU“ von Electrogenic ermöglicht.

Drei Fahrmodi: „Eco“, „Sport“ und „Auto“

Während der Pride EV eine Spitzenleistung von 107 PS bietet, ermöglicht die proprietäre Software von Electrogenic auch die jüngere Entwicklung von Kia, verschiedene Fahrmodi für unterschiedliche Bedingungen anzubieten. Fahrer können mit einem neuen Schalter neben dem Instrumententräger zwischen den drei Fahrmodi wechseln: „Eco“, „Sport“ und „Auto“.

In der serienmäßigen 'Eco'-Einstellung leistet der Pride EV 60 PS (45 kW) – ähnlich wie das Benzinaggregat, das zuvor seinen Motorraum belegte. Der 'Eco'-Modus ist ideal, um die Reichweite des Fahrzeugs zu maximieren. Das Motordrehmoment ist in diesem Modus auf 118 Nm (87 lb-ft) begrenzt, etwa die Hälfte des potenziellen Maximums des Motors – und identisch mit dem Drehmoment des ursprünglichen 1,3-Liter-Triebwerks. Da dieses Drehmoment jedoch ab dem Moment zur Verfügung steht, in dem der Fahrer das Gaspedal betätigt, zeigt der Pride EV im 'Eco'-Modus bei niedrigeren Geschwindigkeiten eine lebhaftere Beschleunigung. In diesem Modus beschleunigt das Auto von 0 auf 100 km/h in einer ähnlichen Zeit wie die angegebenen 11,8 Sekunden mit dem ursprünglichen 1,3-Liter-Benziner. Drehmoment und Leistung bauen sich beim Betätigen des Gaspedals sanft auf, was für eine geschmeidige, entspannte und für den effizienten Alltag perfekte Fahrt sorgt.

Der Pride EV ist jedoch kein 'Alltags'-Pride. Dreht man den Drehregler auf 'Sport', steigert dies Leistung und Drehmoment auf maximal 80 kW (107 PS) bzw. 235 Nm (173 lb-ft). Darüber hinaus wurde der Motor so abgestimmt, dass er diese Leistung und dieses Drehmoment dringlicher bereitstellt als im 'Eco'-Modus. Dadurch beschleunigt das Auto in geschätzten 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, was den 'Sport'-Modus ideal für Überholmanöver unter geeigneten Bedingungen macht – oder für das Vernichten der Vorderreifen unter ungeeigneten. Keine dieser Fähigkeiten wird auch nur annähernd vertraut sein für jeden, der jemals einen originalen Kia Pride gefahren hat; Letzteres ist kurzzeitig schockierend und enorm unterhaltsam.

Sowohl der Modus »Eco« als auch »Sport« bieten eine minimale Rekuperation, passend zum Charakter des Schaltgetriebes. Das Fahrzeug ist stattdessen so abgestimmt, dass es beim Loslassen des Gaspedals nur geringfügig verzögert – ähnlich der Motorbremswirkung im Gang, die Fahrer von Benzin- oder Dieselfahrzeugen kennen.

Ein dritter Modus namens »Auto« versetzt den Pride EV in die Lage, sich eher wie ein konventionelles Elektroauto zu verhalten. Der Fahrer aktiviert den »Auto«-Modus, indem er das Kupplungspedal tritt, den Schalthebel in den dritten Gang legt und dann den Fahrmodus-Schalter auf »Auto« stellt. Sanfte, progressive Beschleunigung ist im »Auto«-Modus das Ziel, gleichzeitig ist eine etwas stärkere Rekuperation programmiert. Leistung und Drehmoment sind auf 75 Prozent des Motormaximums begrenzt (80 bhp / 60 kW bzw. 130 lb-ft / 176 Nm), die Höchstgeschwindigkeit ist leicht reduziert (bedingt durch Getriebeübersetzung, Motordrehzahlgrenzen und andere Faktoren). Der »Auto«-Modus eignet sich daher perfekt zum gemütlichen Cruisen in der Stadt, für Stop-and-Go-Verkehr und für das Einfädeln in knifflige Lücken beim Einfahren in Kreisverkehre.

Kia UK wird die Beschleunigungs- und Leistungsdaten des Pride EV (in allen drei Fahrmodi) im Laufe des Jahres 2024 unabhängig bestätigen.

In Großbritannien umgebaut – mit Hightech-Produktionsmethoden

Der Pride EV ist das Ergebnis einer hochentwickelten und stark individualisierten Reihe von Design- und Fertigungsmethoden. Während das Spenderfahrzeug vor fast 30 Jahren am Fließband in Gwangmyeong, Südkorea, gebaut wurde, erfolgte der Umbau zum Pride EV in der Electrogenic-Fabrik in Kidlington, Oxfordshire, Großbritannien.

Electrogenic entwickelt und fertigt EV-Antriebsstränge für verschiedene Kunden, unter anderem aus dem Verteidigungsbereich, und nutzt dabei modernste Technologie. Electrogenic scannte den Pride mit einem Laserscanner, modellierte die Batterie- und Steuerungssysteme per CAD und setzte eine Reihe moderner Fertigungstechniken ein, darunter Laserschneiden, CNC-Abkanten, 3D-Druck und fortschrittliche Isolationsbeschichtungen. Zu den neuen elektronischen Technologien, die im Pride Einzug halten, gehören die proprietäre Fahrzeugsteuerungssoftware von Electrogenic sowie die hauseigene »DCU«-Elektronik zur Steuerung des originalen Pride-Armaturenbretts.

Wie bei allen Electrogenic-Umbauten wurde die ursprüngliche Struktur des Pride vollständig erhalten; es wird nichts geschnitten, und alle Modifikationen sind vollständig reversibel.

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