Kia gewährt uns das Privileg, den brandneuen Cadenza 2017 ausgiebig zu testen – und wir sind gespannt, was er zu bieten hat.
Exterieur
Von außen hebt sich der Cadenza klar als eigenständiges Modell vom Optima ab. Mit einem modernen Design, das von vorne bis hinten an die Konturen des Kia Niro erinnert, ist der Cadenza ein echter Hingucker. Trotz seiner attraktiven Optik ist er auch erstaunlich robust: Die Türbeulsteifigkeit wurde um 18 Prozent erhöht, und die Torsionssteifigkeit liegt mit 35 Prozent auf Klassenbestniveau.
Die wichtigsten Highlights des Exterieurs sind die „Z“-förmigen Leuchten, die sich von den vorderen bis zu den hinteren Scheinwerfern ziehen. Für uns ist jedoch das markanteste Merkmal der neue Tigernasen-Kühlergrill, der so aggressiv gestaltet ist, dass er dem entspricht, was unter der Haube steckt.
Motor und Getriebe
Der neue Cadenza wird vom 3,3-Liter-V6-GDi-Motor angetrieben, der respektable 290 PS und 343 Nm Drehmoment liefert. Das ist eine deutliche Aufwertung gegenüber dem üblichen 2,0-Liter, den wir zunächst erwartet hatten. Mit einer guten Balance aus Leistung und Effizienz war dies unserer Meinung nach die passende Wahl für Größe und Preisklasse.
Das Getriebe ist ein völlig neu entwickeltes 8-Stufen-Automatikgetriebe, das laut Kia-Ingenieuren und -Designern komplett hausintern gefertigt wird – im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern, die ihre Getriebe von Zulieferern beziehen. Beim Durchfahren der Gänge und beim Manövrieren auf Autobahn und Landstraße sind wir sehr beeindruckt, wie sanft die Schaltvorgänge sind. Dank der zusätzlichen Gänge findet der Fahrer fast immer den richtigen Gang, um beim Überholen oder Bergauffahren die optimale Leistung abzurufen.
Innenraum
Wenn es eine Sache gibt, die Kia meisterhaft beherrscht, dann ist es das Interieur-Design. Auf dem Fahrersitz fühlt man sich fast, als säße man im modernsten technologischen Automobil. Ausgestattet mit Dutzenden von Funktionen, die elegant platziert sind, um aufzufallen, aber nicht aufdringlich zu wirken, und kombiniert mit der oft zeitlos klassischen Uhr in der Mittelkonsole, präsentiert Kia ein beeindruckendes Bild von Luxus und Technik. Wechselt man auf die Beifahrer- und Rücksitze, hat Kia auch die Passagiere bedacht: Sie erleben das Gefühl, in eine Business-Class-Maschine einzusteigen – mit reichlich Platz und einem Komfort, der weit über das hinausgeht, was man in dieser Preisklasse erwarten würde.
Der angenehmste Platz im Cadenza, um das große Panorama-Glasdach voll auszukosten, war beispielsweise der lederne Rücksitz. Im Vergleich zum Optima ist das Interieur zudem deutlich luxuriöser gestaltet – mit einer anderen Nahtführung und Verkleidungen an den Türtafeln. Was uns noch fehlte und in Zukunft schön wäre, sind hintere Anschlüsse wie im Optima, denn heutzutage scheint jeder einen leeren Akku zu haben und dringend eine Lademöglichkeit zu benötigen.
Sicherheitstechnische Fortschritte
Ein Bereich, an dem Kia zunehmend arbeitet, sind die teilautonomen und sicherheitsrelevanten Fahrfunktionen. Jahr für Jahr kommt Kia dem Ziel eines vollständig autonomen Fahrzeugs sichtbar näher. Die eindrucksvollsten Features während der Fahrt waren das farbige Head-up-Display auf der Windschutzscheibe, das den Fahrer über Geschwindigkeit, Navigationshinweise und die geltende Höchstgeschwindigkeit informiert – eine deutliche Erinnerung für alle mit schwerem Gaspedal, dass man den V6 noch nicht so richtig fordern kann.
Ein Feature, das wir tatsächlich erleben durften, ist eine automatische Bremsfunktion, die das Fahrzeug auf die gewünschte Spur zurückführt. Interessant war, dass der Cadenza die Nähe anderer Fahrzeuge erkennt und gezielt nur eine Seite abbremst, um den Abstand zu vergrößern. Wenn man nicht bewusst danach Ausschau hielt, fiel die automatische Korrektur kaum auf.
Gesamtfazit
Nachdem wir den Cadenza im Stadtverkehr, auf Landstraßen und der Autobahn erlebt haben (leider stand uns keine Rennstrecke für eine sportlichere Fahrdynamik zur Verfügung), können wir sagen: Der Cadenza bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Er verwöhnt Fahrer und Passagiere gleichermaßen mit Komfort, Stil und Ausstattung. Vergleichbare Konkurrenzmodelle sind der Toyota Avalon, der Lexus ES und der BMW 5er. Doch hier glänzt Kia im Hinblick auf den Gegenwert: Der geschätzte Einstiegspreis für den Cadenza liegt bei 32.000 US-Dollar für die Basisversion und steigt je nach Ausstattung auf bis zu 44.000 US-Dollar. Welche Käufergruppe dieses Auto anspricht, ist schwer zu sagen.
Der Optima scheint eine gute Wahl für Familien und junge Berufstätige zu sein, während der Cadenza als nächster Schritt in Richtung Reife gelten könnte. Ich könnte mir vorstellen, dass etablierte Persönlichkeiten damit zu einem Abend in der Stadt aufbrechen oder eine gehobene, aber preisbewusste Familie die neuesten Unterhaltungs- und Sicherheitsfeatures genießen möchte. Man könnte sagen, der Cadenza ist ein maßgeschneidertes Fahrzeug für all jene, die in ihrem Berufsleben Wert auf Qualität und Luxus legen.













































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1 KommentareNice car, but needs AWD.