Beim Modellpflege-Update seiner Flaggschiff-Limousine G90 geht Genesis einen überraschend luxuriösen Sonderweg. Während die jüngsten Updates von G80 und GV80 auf ein einheitliches 27-Zoll-Panorama-OLED-Display setzten, bestätigen neu durchgesickerte Erlkönigfotos aus dem Innenraum: Das G90 Facelift geht eigene Wege.
Statt einer durchgehenden Glasfläche setzt der überarbeitete Innenraum auf eine geteilte Architektur: drei eigenständige runde Digitalanzeigen vor dem Fahrer, kombiniert mit einem ultrabreiten Zentraldisplay, auf dem das Betriebssystem Pleos der nächsten Generation von Hyundai Motor Group läuft.
Maßgeschneiderte drei Digitalanzeigen: Karosseriebau trifft moderne Technik
Die auffälligste optische Neuerung im Prototyp ist das Instrumentendisplay des Fahrers. Weg vom konventionellen horizontalen Panel hat Genesis drei runde digitale Instrumentengehäuse direkt in das klassische Cockpit-Gehäuse vor dem Fahrer integriert.
Die Innenraumarchitektur des Genesis X Gran Equator Concept diente dabei als direkte Inspiration; der Ansatz erinnert an die maßgeschneiderte Ästhetik britischer Ultra-Luxus-Referenzen wie Bentley:
Getrennte Telemetrie: Zentrale Anzeigen wie Geschwindigkeit, ADAS-Status sowie Navigations- oder Drehzahlhinweise verteilen sich auf drei separate Ringe mit Metallblende.
Fokus auf den Fahrer: Das Layout vermittelt die haptische, mechanische Aura, die man von einer Flaggschiff-Limousine erwartet – ohne auf die gestochen scharfe Bildqualität moderner Digitaldisplays zu verzichten.
Abgrenzung zum Flaggschiff: Das einzigartige Drei-Rundinstrumente-Cockpit des G90 schafft eine bewusste optische Trennung zwischen dem Topmodell von Genesis und der übrigen Modellpalette.
Ultrabreites Zentraldisplay: Pleos-Architektur und Parallelen zum GV90
Neben dem Instrumentencluster sitzt ein ausgedehntes Widescreen-Display. Zwar reicht es nicht durchgehend bis in den Instrumentenbereich des Fahrers, doch teilt es exakt die breite, flache Bauform des Genesis GV90, des Flaggschiff-SUV der Marke.
Sichtbare Pleos-Softwarearchitektur
Die Erlkönigbilder geben den bislang klarsten Einblick in das Serienlayout von Pleos Connect, der kommenden SDV-Plattform von Hyundai Motor Group auf Basis von Android Automotive OS:
Eigene Fahrer-Info-Zone: Der linke Bereich des Zentralbildschirms ist strikt für Fahrzeugstatus, dynamische Fahrdaten und wichtige fahrerrelevante Telemetrie reserviert.
Modulare Multitasking-Fläche: Der restliche Bildschirm dient als großzügige Fläche für Vollbild-Navigationskarten, Medien-Widgets, Apps von Drittanbietern und Multizonen-Steuerungen.
Gleo-KI-Agent: Integrierte generative KI ermöglicht tiefgehende Sprachbefehle im Dialog und reduziert die Notwendigkeit, während der Fahrt durch Untermenüs zu navigieren.

Die Frage nach dem beweglichen Display: Im Prototyp eingefahren
Ein großes Rätsel rund um das Display des G90 ist die Frage, ob es die motorisierte Bewegung des GV90 übernimmt.
Im GV90 fährt das Pop-up-OLED-Display über einen Ausfahrmechanismus nach oben, sobald das Fahrzeug geparkt ist, und schaltet dann erweiterte Multimedia- und Entspannungsmodi frei. Im geleakten G90-Prototyp war das Display dagegen in eingefahrener, normaler Fahrposition zu sehen.
Ob der G90 einen identischen vertikalen Pop-up-Mechanismus oder eine verdeckte Drehlösung erhält, ist bislang nicht bestätigt. Die physischen Proportionen, die niedrige Einbaulinie und die UI-Aufteilung von Pleos entsprechen jedoch dem Widescreen-System des GV90.
Neu gestaltete Mittelkonsole & Lenkstockhebel
Neben der Bildschirmarchitektur zeigen die geleakten Bilder umfangreiche ergonomische Änderungen entlang des Mitteltunnels:
Schalthebel an der Lenksäule: Der kristallene Dreh-Wählhebel auf der Mittelkonsole entfällt zugunsten eines elektronischen Lenkstockhebels direkt hinter dem Lenkrad.
Aufgeräumte Ablage im Luxussegment: Weil der Fahrstufenwähler vom Boden verschwindet, entsteht wertvoller Platz für zwei induktive Ladeflächen, eine aufgeräumte haptische Klimabedienung und großzügige Holzapplikationen mit offener Porenstruktur.
Verfeinerte Innenraum-Ausführung: Zu erwarten sind aufgewertete Ledersteppungen, individuelle Ambientebeleuchtungszonen und erweiterte Fond-Bedienelemente, um mit den Segmentführern Schritt zu halten.
Außendesign und Antriebs-Updates
Der komplett überarbeitete Innenraum geht einher mit umfangreichen Änderungen am Exterieur, die jüngste Prototypen bereits vorwegnahmen:
Rückleuchten nach Neolun-Vorbild: In Südkorea getestete Prototypen zeigen extrem schmale, über die gesamte Breite reichende Two-Line-LED-Rückleuchten, die sauber um die hinteren Radhäuser greifen.
Skulpturierter Crest-Kühlergrill: Vorne wird ein neu gestalteter 3D-G-Matrix-Grill von schmaleren Micro-Lens-Array-Scheinwerfern (MLA) flankiert – für eine tiefere, selbstbewusstere Erscheinung.
Möglicher Hybridantrieb: Neben dem Biturbo-3,5-Liter-V6 wird weithin erwartet, dass Genesis diese Modellpflege nutzt, um sein leistungsstarkes Hybridsystem mit Hinterradantrieb vorzustellen.

Kommentare
1 KommentarePlease bring back the V-8 in it's naturally aspirated form or in a hybrid system for use in the large SUV and sedans. G90 Ultimate 5.0 owner here. Turbo enginesvare plegde with issues so I refuse to purchase a vehicle equipped with one. Styling on GV90 is really nice. Wish it had more powertrain options.