Im Gespräch mit Auto Express beim GV60 Magma-Start in Großbritannien gaben Genesis-Manager bekannt, dass die Marke ihr Performance-Portfolio offiziell erweitert. Ursprünglich als reine EV-Marke in Europa geplant, schwenkt die Magma-Submarke angesichts des schwächelnden Marktes um und setzt wieder auf Plug-in-Hybride (PHEVs) und hochleistungsfähige Verbrennungsmotoren.
Den „nostalgischen Reiz“ des Benzins einfangen
Tyrone Johnson, Fahrzeuglinien-Direktor für Genesis Europa und ehemaliger Ford-Performance-Guru, ist der Mann, der von seinem Standort in Rüsselsheim aus damit beauftragt ist, diese koreanischen Maschinen zu „europäisieren“. Beim UK-Debüt war Johnson offen darüber, warum Elektrizität nicht die einzige Antwort für eine Luxus-Performance-Marke ist.
„Wir prüfen viele Optionen, und Plug-in-Hybride sind eine Möglichkeit“, sagte Johnson zu Auto Express. „Der Grund, warum man sich diese Technologien ansieht – abgesehen von der reinen PS-Zahl – ist, dass sie ein [Verbrennungselement] bewahren, das den nostalgischen Reiz von Sportwagen ausmacht.“
Für Magma geht es bei Performance nicht nur um den Sprint von 0 auf 100 km/h; es geht um die emotionale Verbindung – den Klang und die mechanische Seele, die reinen EVs oft fehlen.

Ist der GV80 Coupé dasselbe wie das erwähnte Magma-SUV?
Die Hybridstrategie: Eine „White-Space“-Philosophie
Der Schritt hin zu Hybriden ermöglicht es Genesis, in einen sogenannten „White Space“ im Markt vorzustoßen. Statt die brutale Aggression von BMW M oder die klinische Allwetter-Traktion von Audi RS zu kopieren, strebt Magma nach „Athletic Elegance“.
- Komfort zuerst: Magma-Modelle sind darauf ausgelegt, leise und luxuriös zu sein, bis der Fahrer sich entscheidet, einzugreifen.
- Absichtlicher Klang: Jedes Motorgeräusch oder synthetische Sound wird „bewusst eingesetzt“, um dem Fahrer ein Gefühl der Verbundenheit mit der Mechanik des Autos zu vermitteln, statt nur eine Lücke zu füllen.
- Plattformunabhängigkeit: Eine völlig neue, eigene Fahrzeugplattform kommt 2027. Johnson deutete an, dass jede künftige Genesis-Konfiguration – einschließlich solcher mit Verbrennungsmotor – nun für eine Hochleistungs-Magma-Variante in Betracht gezogen wird.
Was kommt als Nächstes? Das Magma-SUV
Die Veranstaltung in Großbritannien deutete auch an, wo die „kommerziellen Belohnungen“ liegen. Während der GV60 ein Nischen-Hot-Hatch ist, wird die nächste „massive Herausforderung“ für das Rüsselsheimer Team voraussichtlich ein Magma-SUV sein. Der Einsatz von Hybridtechnologie würde es einem solchen Fahrzeug ermöglichen, die Langstrecken-Grand-Touring-Fähigkeit zu bieten, die man von einer Luxusmarke erwartet, und gleichzeitig die „knurrende Aggression“ zu liefern, die der Magma-Name verspricht.
Von den Hochgeschwindigkeits-Teststrecken der deutschen Autobahn bis zum bevorstehenden Le-Mans-2026-Hypercar-Einstieg beweist Genesis, dass seine „Superhelden“-Submarke keine Angst davor hat, jedes verfügbare Mittel einzusetzen – ob Benzin oder Strom –, um ihren Platz unter der europäischen Elite zu finden.
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