Start / Technik / 26. Dezember 2025

Hyundai-Konzernchef Chung Euisun bekräftigt mit 42dot-Besuch die Strategie für autonomes Fahren

42dot pleos connect 2

Hyundai Motor Group Executive Chair Chung Euisun hat das langfristige Engagement des Konzerns für autonomes Fahren durch einen Besuch bei der Tochtergesellschaft 42dot untermauert – ein Schritt, der weithin als Stabilisierung der Führungsrichtung und Beschleunigung des Fortschritts angesichts wachsenden globalen Wettbewerbs gesehen wird.

Chung testet autonomen Ioniq 6 in Pangyo

Laut Branchenquellen besuchte Chung am Mittwoch den Hauptsitz von 42dot in Pangyo, Seongnam, Provinz Gyeonggi, wo er persönlich einen autonomen Hyundai Ioniq 6 mit dem neuesten End-to-End (E2E)-Autonomsystem des Unternehmens testete.

Das Testfahrzeug zeigte 42dots Kernarchitektur für autonomes Fahren, die ein einzelnes KI-Modell verwendet, um rohe Sensordaten direkt in Fahrbefehle umzuwandeln. Dieser E2E-Ansatz ist eine zentrale Säule der Roadmap für autonomes Fahren von Hyundai Motor Group, die darauf abzielt, die Systemarchitektur zu vereinfachen und gleichzeitig die Lerneffizienz und Skalierbarkeit zu verbessern.

Atria AI: Kern der E2E-Plattform von Hyundai

Der autonome Ioniq 6 wird von „Atria AI“, der hauseigenen E2E-Deep-Learning-Plattform von Hyundai Motor Group, angetrieben, die gemeinsam von 42dot und Motional, dem in den USA ansässigen Joint Venture für autonomes Fahren, geleitet wird.

Atria AI verarbeitet Daten von acht Kameras und einem Radar und integriert Wahrnehmung, Vorhersage, Planung und Steuerung in ein einziges Deep-Learning-Modell. Im Gegensatz zu herkömmlichen modularen Systemen wird der gesamte Fahrprozess von einer neuralen Netzwerk-Verarbeitungseinheit (NPU) im Fahrzeug gesteuert, was schnellere und einheitlichere Entscheidungen ermöglicht.

Parallel dazu nutzt Hyundai auch Nvidias physische KI-Infrastruktur, um fortschrittliche Berechnungen, Simulationen und Trainings für autonome Fahrtechnologien der nächsten Generation zu unterstützen.

Erster Führungsbesuch seit dem Ausscheiden des 42dot-CEO

Chungs Besuch war die erste Vor-Ort-Inspektion durch die Konzernspitze seit dem Rücktritt des ehemaligen 42dot-CEO Song Chang-hyun. Song, der 2022 durch die Übernahme von 42dot zu Hyundai kam, spielte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Vision des Konzerns für autonomes Fahren.

Branchenbeobachter werten Chungs Auftritt als klares Signal, um die durch den Führungswechsel entstandene Unsicherheit zu zerstreuen und das Vertrauen in die Entwicklung der Tochtergesellschaft zu bekräftigen.

Hyundai 42 dot ai autonomes Fahren

Lob für Fortschritte und fortgesetzte Unterstützung

Nach der Testfahrt soll Chung die Fortschritte von 42dot gelobt und fortgesetzte Unterstützung für autonomes Fahren und Software-definierte Fahrzeuge (SDV) zugesagt haben. Seine Äußerungen betonten Berichten zufolge Umsetzung, Sicherheit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit statt kurzfristiger Vergleiche.

„Obwohl Motional gute Fortschritte macht, liegen wir noch etwas zurück, während chinesische Unternehmen und Tesla schnell vorankommen“, räumte Chung Anfang des Monats auf Kias 80. Jubiläumsveranstaltung in Yongin, Provinz Gyeonggi, ein. „Aber diese Lücke zu schließen ist weniger wichtig als die Sicherheit zu gewährleisten, die unsere oberste Priorität bleibt.“

Hyundai beschleunigt Investitionen in KI und autonomes Fahren

Unter Chungs Führung beschleunigt Hyundai Motor Group die Investitionen in zukünftige Mobilität erheblich. Letzten Monat kündigte der Konzern Pläne an, zwischen 2026 und 2030 50,5 Billionen Won (etwa 35 Milliarden US-Dollar) in Korea zu investieren, um neue Wachstumsbereiche wie KI-basierte autonome Fahrtechnologien zu erschließen.

Auf dem APEC-Gipfel 2025 in Gyeongju, Provinz Nord-Gyeongsang, stellte Hyundai zudem Pläne vor, eine groß angelegte KI-Fabrik in Korea zu bauen, die mit 50.000 Nvidia Blackwell GPUs betrieben wird. Die Anlage soll die Entwicklung autonomen Fahrens, Simulationen und andere fortschrittliche KI-gesteuerte Technologien unterstützen.

Branche sieht starkes Signal für die autonome Roadmap

Branchenanalysten interpretieren Chungs Besuch als mehr als eine routinemäßige Überprüfung einer Tochtergesellschaft – sie sehen darin eine starke Erklärung, dass Hyundai Motor Group seine Roadmap für autonomes Fahren und die Pläne zur Kommerzialisierung von Level 3 vorantreiben will, trotz des zunehmenden Wettbewerbs durch Rivalen wie Tesla und Waymo.

„Chungs Besuch sendet eine starke Botschaft, dass Hyundai keine Rückschläge auf seiner Roadmap für autonomes Fahren mehr zulassen wird“, sagte Kim Pil-su, Professor für Fahrzeugtechnik an der Daelim University. „Der neue 42dot-CEO wird viel zu tun haben, aber die dringendste Aufgabe wird sein, technologische Innovation mit der Kommerzialisierung in der realen Welt in Einklang zu bringen, um den Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen.“

Hyundai positioniert sich für die nächste Phase autonomer Mobilität

Mit fortgesetzter Führungsaufsicht, massiven KI-Investitionen und einer E2E-Strategie für autonomes Fahren, die auf Atria AI basiert, positioniert sich Hyundai Motor Group für die nächste Phase autonomer Mobilität. Die Integration von Deep Learning, softwaredefinierten Fahrzeugen und seriennahen Plattformen wie dem Ioniq 6 unterstreicht den Fokus des Konzerns auf sichere, skalierbare Autonomie.

Nachrichtenquelle: Korea Herald

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