Hyundai Motor Company und Kia Corporation werden ihre Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2025 bekannt geben, Hyundai am 24. Juli und Kia am 25. Juli. Laut Prognosen von FnGuide und führenden Wertpapierfirmen wird der operative Gewinn von Hyundai Motor auf 3,54 Billionen Won geschätzt, während Kia voraussichtlich 3 Billionen Won ausweisen wird. Beide Automobilhersteller müssen im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 mit einem Rückgang von 17 % im Jahresvergleich rechnen, was die wachsenden Herausforderungen für die koreanische Automobilindustrie unterstreicht.
Koreanische Automobilhersteller stehen vor strukturellen Schwachstellen durch US-Zölle
Branchenanalysten warnen, dass koreanische Automobilhersteller wie Hyundai und Kia strukturell anfälliger für mögliche US-Zölle sind als ihre globalen Konkurrenten. Obwohl sie 2024 1,71 Millionen Fahrzeuge für den US-Markt produzierten, lag die lokale US-Produktion von Hyundai und Kia bei nur 720.000 Einheiten, der Großteil wurde aus Korea exportiert.
Ähnlich verhält es sich mit GM Korea, das für etwa 90 % seiner Exporte auf die USA angewiesen ist und in der ersten Jahreshälfte 2025 240.000 Fahrzeuge auslieferte, was einem Rückgang von 6 % im Jahresvergleich entspricht. Jegliche Zollerhöhungen oder eine Schrumpfung des US-Marktes könnten die exportorientierte Lieferkette weiter treffen und nicht nur die Automobilhersteller, sondern auch Koreas kleine und mittlere Zulieferer belasten, die 2024 mit einem Rekordwert von 11,42 Billionen Won an Autoteilen in die USA exportierten.

Toyota und japanische Automobilhersteller haben einen Vorteil
Während koreanische Marken unter Druck stehen, bleiben japanische Automobilhersteller wie Toyota und Lexus relativ verschont von der Zollbedrohung. Toyota verkaufte im vergangenen Jahr 2,33 Millionen Fahrzeuge in den USA, wobei 1,27 Millionen Einheiten (55 %) lokal produziert wurden, verglichen mit einer lokalen Produktionsrate von 42 % bei Hyundai und Kia.
Ein Branchenkenner merkte an: „Toyota und Lexus profitieren von einer stärkeren US-Produktionspräsenz, während Premium-Modelle wie Genesis stark von koreanischen Exporten abhängig sind, was sie anfälliger für Zollrisiken macht.“
Im Gegensatz dazu sind europäische Luxusautomobilhersteller – darunter BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Ferrari – weniger betroffen, da sie Premiumkunden bedienen, die weniger preissensibel sind, und trotz wirtschaftlichem Druck konstant zweistellige Gewinnmargen erzielen.
Preiskämpfe zeichnen sich auf dem US-Automobilmarkt ab
Nach den Q2-Ergebnisankündigungen prognostizieren Analysten einen „Preiskampf“ auf dem US-Markt, da die Automobilhersteller versuchen, die durch Zölle verursachten Gewinnrückgänge auszugleichen. Der US-Hersteller Ford hat bereits im Mai die Preise für drei in Mexiko hergestellte SUV-Modelle um bis zu 2.000 Dollar (2,8 Millionen Won) erhöht. Ebenso erhöhte Toyota Anfang dieses Monats den durchschnittlichen Fahrzeugpreis um 270 Dollar (360.000 Won).
Obwohl diese Erhöhungen noch moderat sind, könnten bei anhaltenden Zöllen stärkere Anstiege folgen, was die ohnehin schrumpfenden Margen der Automobilhersteller weiter belasten würde.
Hyundai und Kia: Marktanteil in Gefahr
Die Hyundai Motor Group steht vor einem Dilemma:
- Bleiben die Preise unverändert, könnten die Gewinne aufgrund der Zölle einbrechen.
- Steigen die Preise, könnten jahrelange Marktanteilsgewinne zunichtegemacht werden.
Der US-Marktanteil von Hyundai und Kia ist stetig gestiegen, von 7,8 % im Jahr 2019 auf 10,9 % in der ersten Jahreshälfte 2025, mit einem erstmaligen zweistelligen Anteil im Jahr 2022 und einem Allzeithoch im Jahr 2024. Allerdings riskieren Preiserhöhungen, diesen Aufwärtstrend zu bremsen und die Erfolge in einem der wettbewerbsintensivsten Automobilmärkte der Welt zu gefährden.
Für Koreas Automobilindustrie – einschließlich Fahrzeughersteller und Zulieferer – werden die kommenden Monate ihre Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellen, da Zollunsicherheiten, Preiswettbewerb und sinkende Gewinne zusammentreffen.
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