Start / Alle Nachrichten / 22. Februar 2010

Test: 2012 Kia Rio 1.4 CRDi 90 PS Drive 5-Türer

Endlich konnten wir das Neueste und am meisten Erwartete von Kia testen, den neuen Rio. Der globale Kompaktwagen des südkoreanischen Herstellers wird komplett erneuert und übernimmt die neue Designsprache, die bereits bei den jüngsten Kia-Modellen wie dem Sportage, dem Picanto oder dem Optima zu sehen war (der Anfang 2012 endlich nach Europa kommt).

Der neue Kia Rio wächst auf 4,04 Meter Länge (das sind sechs Zentimeter mehr als beim Vorgänger mit fünf Türen und 2,5 cm mehr Breite). Auch der Radstand nimmt deutlich zu, von 2,50 auf 2,57 Meter (sieben Zentimeter). In Spanien ist der neue Kia Rio ab 9.400 € erhältlich (mit einem 1.2 CVVt “Kappa”-Motor mit 86 PS, ohne Klimaanlage, aber mit ESP oder sechs Airbags). Die viertürige Version wird vorerst nicht in Europa angeboten.

Anfang 2012 wird die Rio-Baureihe durch eine dreitürige Version ergänzt, die zunächst nur in Europa und Südkorea erhältlich sein wird. In Europa bietet Kia den Rio mit zwei Benzinmotoren (1.2 CVVt “Kappa” mit 86 PS und 1.4 CVVt “Gamma” mit 109 PS) sowie zwei Diesel “CRDi” (1.1 CRDi mit 75 PS und 1.4 CRDi mit 90 PS) an. Der südkoreanische Hersteller hat noch nicht bekannt gegeben, welche Motoren der dreitürige Rio erhalten wird. Alle Motoren sind mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe erhältlich, mit Ausnahme des schwächsten Benziners, der ein Fünfgang-Getriebe hat.

             

Heute berichten wir ausführlich über unsere Eindrücke von der Dieselvariante 1.4 CRDi mit 90 PS und manuellem Sechsgang-Getriebe. Zuvor aber noch ein Wort zur anderen verfügbaren Dieselvariante. Es handelt sich um den sparsamen 1.1 CRDi mit 75 PS, der nur 3,2 Liter/100 km verbraucht (derzeit das verbrauchsärmste Modell mit Verbrennungsmotor, das in Europa angeboten wird).

Diese hervorragenden Verbrauchswerte gelten für die Version “EcoDynamics” (ab 11.740 €), die eine Reihe spezifischer Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung umfasst, wie ein automatisches Start-Stopp-System (Kia nennt es ISG), Reifen mit geringem Rollwiderstand und längere Getriebeübersetzungen. Diese Version hat keine Klimaanlage und ist auch nicht als Option erhältlich (wer sie haben möchte, muss zur Version ohne EcoDynamics-Paket greifen – 3,8 l/100 km – ab 12.441 €). Das EcoDynamics-Paket ist nur mit diesem 1.1 CRDi und dem 1.4 CVVT-Benziner mit 109 PS erhältlich.

Zuvor hatten wir diesen Motor bereits im Venga (1.4 CRDi) getestet, allerdings handelte es sich um die 75-PS-Version mit 5 Gängen. Im Rio, mit 15 PS mehr, einem besseren Luftwiderstandsbeiwert und einem geringeren Gewicht (1239 kg des Rio gegenüber 1342 kg des Venga), liefert der kleine Diesel in allen Situationen eine zufriedenstellende Leistung, ist leise und hat genug Kraft, um das Auto mühelos zu bewegen. Obwohl der offizielle Durchschnittsverbrauch nur 4,1 l/100 km beträgt, lag unser Verbrauch am Ende unserer gemischten Strecke aus Landstraße, Autobahn und Stadt bei 6,1 l/100 km. Der Rio ist auf der Landstraße sehr komfortabel und stabil und in der Stadt aufgrund seiner guten Manövrierbarkeit sehr angenehm zu fahren.

Ebenfalls überraschend ist die Serienausstattung, die bereits in den günstigsten Versionen sehr umfangreich ist. So verfügt bereits die Ausstattungslinie “Basic” über Elemente wie ESP, sechs Airbags, Bordcomputer oder Berganfahrhilfe. Die Klimaanlage ist jedoch nicht einmal optional erhältlich (serienmäßig in der Variante “Concept”).

Sowohl die Version “Drive” (unsere Testversion) als auch die “Emotion” verfügen über eine Klimaautomatik. Kia hat auf jegliches optionales Zubehör verzichtet (und “zwingt” uns so zu einer teureren Version, wenn wir bestimmte Elemente haben möchten), mit Ausnahme der Metallic-Lackierung, die 300 € kostet. Zum Händlerzubehör gehören Zierleisten für den unteren Karosseriebereich, Leichtmetallfelgen bis zu 17 Zoll oder ein Navigationssystem.

 

Was den Innenraum betrifft, ist der neue Rio ein recht geräumiges Auto, vergleicht man ihn mit seinen Außenmaßen (4,04 Meter). Das Gefühl von Großzügigkeit ist auf allen Plätzen spürbar, solange man vier der fünf zugelassenen Sitze nutzt (der mittlere Rücksitz ist unbequem, da die Sitzfläche härter ist, hervorsteht und höher liegt als die beiden äußeren, was auch die Kopffreiheit einschränkt). Die Sitzposition ist für fast jeden Fahrertyp gut, denn der Sitz lässt sich in der Höhe weit verstellen (ich kann das mit meinen 1,89 Metern bestätigen) und das Lenkrad ist sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe verstellbar.

Im Rio kann man sehr bodennah sitzen, was bestimmten Fahrern gefallen dürfte – etwas, das in Autos dieser Größe nicht üblich ist. Die Vordersitze bieten einen mehr als ordentlichen Seitenhalt, obwohl sie keine stark ausgeprägten Konturen haben (sie halten besser als die eines Kia cee’d). Die Kopfstützen sind aktiv: Bei einem Auffahrunfall folgen sie der Kopfbewegung, um Nackenverletzungen zu vermeiden. Die Version “Drive” hat nur vorne elektrische Fensterheber; für die hinteren Fenster gibt es die klassische Kurbel. Die Instrumentierung ist sehr vollständig und gut ablesbar. Der Bordcomputer, serienmäßig in allen Versionen, hat zwei Tageskilometerzähler, zeigt den Durchschnitts- und Momentanverbrauch, die Durchschnittsgeschwindigkeit, die Reichweite und die Fahrzeit seit dem letzten Start an.

Einige Fahrer werden eine zweite Durchschnittsverbrauchsanzeige vermissen, um zwei Messungen gleichzeitig durchführen zu können. Die Rückbank hat einen nahezu ebenen Boden, der das Platzieren von Gegenständen und den Wechsel von einem Sitz zum anderen erleichtert, zum Beispiel wenn die Tür aus irgendeinem Grund nicht geöffnet werden kann. Die Rückenlehnen lassen sich im Verhältnis 60/40 sehr einfach umklappen, und zwar über Hebel an den oberen Enden. Der Kofferraum fasst 288 Liter – Durchschnitt für dieses Segment. Der Kofferraum hat außerdem vier Ösen zum Befestigen eines Netzes zur Ladungssicherung, zwei kleine Ablagen für Kleinigkeiten (links eine mit Netz, rechts eine mit Plastikdeckel) und wird von einer kleinen Leuchte auf der linken Seite beleuchtet. Unter dem Boden befindet sich ein Notrad.

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In der von uns getesteten Einheit mit der Ausstattungslinie “Drive” sind Lenkradtasten serienmäßig an Bord, darunter die Bedienelemente für die Freisprecheinrichtung. Anders ist dies in der vollständigeren Version “Emotion”, die einen Tempomaten integriert und die Tasten für Freisprecheinrichtung und Bordcomputer in den verchromten Lenkradbereich verlegt – in einem Händlerfahrzeug konnten wir feststellen, dass die Position der Knöpfe etwas unpraktisch ist.

Der Innenraum des Rio vermittelt ein Gefühl von Solidität. Die verwendeten Materialien sind hart, aber von guter Qualität. Sie fühlen sich angenehm an und sehen gut aus. Alle Bedienelemente haben einen guten Druckpunkt, insbesondere das Lenkrad und der Schaltknauf, und sind für den Fahrer gut erreichbar. Besonders hervorzuheben ist die Klimaanlagensteuerung mit Knöpfen, die an das Design eines Flugzeugcockpits erinnern. Es gibt zahlreiche Ablagen für Gegenstände, die jedoch bis auf das Handschuhfach recht klein ausfallen.

Kleinigkeiten lassen sich in den Taschen der Türverkleidungen, zwischen den Vordersitzen und an den Vordersitzlehnen dank eines Netzes verstauen. Das Handschuhfach hat kein Schloss. Sehr gut ausgeleuchtet wird der Innenraum durch die beiden Sonnenblenden mit integrierter Beleuchtung (Bild) sowie zwei Deckenleuchten – eine vorn und eine in der Mitte. Vor dem Schalthebel befinden sich bei den besser ausgestatteten Versionen (wie unserem Testwagen) eine 12V-Steckdose, ein Zigarettenanzünder sowie USB- und Aux-In-Anschlüsse.

Der kompakte Wagen, der derzeit noch in Südkorea gefertigt wird (möglicherweise künftig auch in Zilina, wie der Venga), besitzt ein Fahrwerk, das ihn äußerst komfortabel macht – es filtert Unebenheiten des Asphalts zuverlässig heraus und verhindert, dass diese klar in den Innenraum gelangen – und die Karosserie in Kurven hervorragend stabilisiert. Der Rio fährt sich dank dieser gelungenen Abstimmung zwischen Agilität und Komfort sehr angenehm. Das sorgt für eine gute Stabilität, sowohl auf der Autobahn als auch auf kurvigen Landstraßen, wo er selbst bei ständigen Richtungswechseln und starken Seitenneigungen kaum wankt.

In der Stadt erweist sich der Rio als sehr komfortabel: Die Lenkung ist angenehm leicht, wenn auch etwas indirekt, und das Einparken fällt leicht. Der Nachteil: Bei engen Straßen oder in Garagen muss man das Lenkrad etwas weiter drehen. Vom Fahrersitz aus ist die Sicht in fast alle Richtungen gut, lediglich nach hinten wird sie durch die kleine Heckscheibe und die breiten hinteren Dachsäulen eingeschränkt. Auch nach vorne habe ich Sichtprobleme bemerkt – die stark gerundete Frontpartie und vor allem die Form des Armaturenbretts (Bild) lassen nicht klar erkennen, wo die Fahrzeugfront endet. Die großen Außenspiegel bieten dagegen eine gute Sicht.

Daten des getesteten Fahrzeugs:

  • Hubraum: 1.396 cm³
  • Leistung: 90 PS bei 4000 U/min
  • Maximales Drehmoment: 220 Nm zwischen 1750 und 2750 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h
  • Beschleunigung 0–100 km/h: 14,2 s
  • Durchschnittsverbrauch: 4,1 L/100 km
  • CO₂-Emissionen: 109 g/km
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Leergewicht: 1.239 kg
  • Kraftstofftank: 43 Liter
  • Länge: 4045 mm
  • Breite: 1720 mm
  • Höhe: 1455 mm
  • Radstand: 2570 mm
  • Kofferraumvolumen: 288 Liter
  • Luftwiderstandsbeiwert (cW): 0,30

Ausstattung:

  • Fahrersitz höhenverstellbar.
  • Zentralverriegelung mit Klappschlüssel.
  • Automatische Klimaanlage.
  • Elektrische Servolenkung.
  • Elektrische Fensterheber vorne.
  • Mittelarmlehne vorne.
  • Höhenverstellbare Kopfstützen vorne und hinten.
  • Beheizbare Außenspiegel.
  • Elektrisch einstellbare Außenspiegel.
  • Stoffpolsterung in Schwarz.
  • Lenkrad höhen- und längsverstellbar.
  • Reifen 185/65 auf 15-Zoll-Leichtmetallfelgen.
  • Bluetooth.
  • Audio-Bedienelemente am Lenkrad.
  • Bordcomputer.
  • Radio CD + MP3 mit AUX-, USB- und iPod-Anschluss.
  • ABS mit EBD.
  • Seiten- und Kopfairbags.
  • Deaktivierbarer Beifahrerairbag.
  • BAS (Bremsassistent).
  • Doppel-Frontairbag.
  • ESP.
  • Nebelscheinwerfer vorne.
  • Tagfahrlicht.
  • Notrad.
  • Regensensor.
  • ISOFIX-Kindersitzbefestigung.
  • ESS (Notbremslicht-Funktion).
  • HAC (Berganfahrhilfe).
  • VSM (Stabilitätsmanagement).

Zur vollständigen Galerie:

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Dank an Coki Fotografía und Valgauto Motor.


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