Start / Erlkönige / 12. Mai 2013

Erste Ausfahrt im Vorserien-Hyundai i10

Der brandneue Hyundai i10 wird einer der Stars der Frankfurter IAA im September sein. Auto Express durfte bereits Monate vor dem Debüt des Kleinwagens einen getarnten Prototypen exklusiv fahren.

Die Kollegen reisten in eine abgelegene Ecke Nordschwedens, um Stefan May, Leiter der Gesamtfahrzeugerprobung & -entwicklung der Marke, in der letzten Woche der Arktistests des brandneuen Kleinwagens zu treffen.

Zunächst nimmt er uns für ein paar Runden auf einem zugefrorenen Testgelände mit, um zu erklären, wie sich das neue Modell des Herstellers entwickelt.

Unter der getarnten Karosserie nutzt der neue i10 dieselbe Plattform wie der Kia Picanto. Er sitzt daher etwas tiefer als bisher, mit einem leicht verlängerten Radstand und einer breiteren Spur als das aktuelle Modell.

Das Ergebnis dieser Änderungen ist ein niedrigerer Schwerpunkt, der das Fahrverhalten verbessern soll. Um dies zu demonstrieren, verstellt Stefan geschickt das Gaspedal und lässt das Heck auf Eis und Schnee ausbrechen.

„Der up! ist natürlich der Hauptkonkurrent – aber wir hatten eine Menge Spaß in unserem Auto“ sagt er. „Das ESP-System ist nicht zu aggressiv und erlaubt ein wenig Übersteuern, und der 1,25-Liter-Kappa-Motor ist schon schön und geschmeidig, sodass er nicht viel Bearbeitung benötigte“ fährt er fort.

Bald ist AutoExpress an der Reihe, sich ans Steuer zu setzen, und sofort wird klar, dass der neue i10 deutlich gehobener positioniert sein wird. Der Innenraum war größtenteils abgedeckt, aber die hochwertigen zweifarbigen Kunststoffe, die sie sehen konnten, sind deutlich besser als die im aktuellen Modell.

Sie greifen den dicken Kranz des beheizten Lenkrads (praktisch bei -20 °C draußen) und drücken den Startknopf für den schlüssellosen Zugang. Der Benzinmotor springt so leise und geschmeidig an, dass kaum zu hören ist, ob er überhaupt läuft.



Beim Einlegen des ersten in den zweiten Gang wirkt das Fünfgang-Getriebe etwas schwergängig und der Schaltweg ist straff, aber sobald sie in Fahrt sind, beeindrucken die Präzision und die Direktheit der Lenkung.

Tritt man das Gaspedal etwas weiter durch, ist das Durchzugsvermögen im mittleren Drehzahlbereich ausreichend, um die meisten Konkurrenten zu beunruhigen – und zumindest auf der Strecke fühlt sich der i10 sehr leicht und wendig an.

Trotz der tieferen Sitzposition ist das Platzangebot im Innenraum beeindruckend, mit reichlich Bein- und Kopffreiheit. Die zusätzliche Breite der Karosserie macht sich auch innen bemerkbar, denn sie können vier Erwachsene bequem unterbringen. 

Nach einer kurzen Fahrt über eine verlassene schwedische Landstraße können sie zudem bestätigen, dass der Federungskomfort gut abgestimmt ist. Die Aufhängung absorbiert die wenigen Bodenwellen mühelos, und die rundum belüfteten Scheibenbremsen sorgen für einen kräftigen Biss am oberen Pedalweg. 

Nachdem das Auto sicher abgestellt ist, wirkt Stefan zuversichtlich, als sie ihn nach den Chancen des i10 gegen seine Konkurrenten fragen: 

„Ursprünglich wollten wir Toyota als Benchmark anpeilen, aber jetzt erkennen wir den Wert, auf den Bau europäischerer Autos abzuzielen“ sagt er. 

Im Rahmen dieses Prozesses wird das neue Auto nicht in Korea gebaut, sondern die Produktion wird in ein neues Werk in der Türkei verlagert. 

Der i10 durchläuft noch die letzten Feinarbeiten vor der Serienproduktion, aber die Heizsysteme und ESP-Einstellungen werden nach unserem Besuch endgültig abgesegnet.

Quelle: [AutoExpress]

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