Start / Alle Nachrichten / 23. Oktober 2011

Test: 2012 Hyundai Veloster 1.6 GDi 140 PS (Spanisch)

Orange oder Weiß? Eine schwierige Wahl, oder? Nun, bei The Korean Car Blog haben wir uns entschieden, beide Veloster (die spanische und die amerikanische Version) in ihrer Basisvariante zu testen und unsere Eindrücke zu schildern, um potenziellen Käufern – auch bei der Farbwahl – zu helfen. Wir hoffen, es gefällt Ihnen.

Im Januar 2011 auf der Detroit Auto Show vorgestellt, ist der Hyundai Veloster ein kompaktes Coupé mit sportlichen Ambitionen – mit dem entscheidenden Unterschied, dass er auf der Fahrerseite eine Tür und auf der Beifahrerseite zwei Türen hat, als erster seiner Klasse mit diesem System. Der Veloster ist zudem das erste Modell, das das BlueLink-System nutzt (nur in den USA). Zu den grundlegenden Funktionen dieses Systems gehören das ferngesteuerte Starten, Öffnen oder Schließen der Türen sowie das Aktivieren von Hupe und Lichtern (per gebührenfreier Nummer, SMS oder Internet) und die Benachrichtigung der Zentrale, falls sich eine Person im Fahrzeug in Gefahr fühlt. Die übrigen Funktionen sind in Paketen zusammengefasst, wie das „Convenience“-Paket mit Rückrufhinweisen für das Fahrzeug selbst, das „Theft Protection“-Paket, das die Geschwindigkeit eines gestohlenen Fahrzeugs drosseln oder sogar das Starten verhindern kann, oder das „Safeward“-Paket, das sich klar an Eltern richtet – etwa durch die Möglichkeit, Warnmeldungen zu senden, wenn das Auto außerhalb festgelegter Zeiten genutzt wird oder sich außerhalb einer vom Besitzer definierten Zone bewegt.

Die Abmessungen des Hyundai Veloster: Radstand 104,3 Zoll (2.649 mm), Länge 166,1 Zoll (4.219 mm), Breite 70,5 Zoll (1.791 mm) und Höhe 55,1 Zoll (1.400 mm). Wie bereits der Volkswagen Scirocco, der Scion tC, der MINI Cooper, der Fiat 500 oder der neue VW Beetle richtet er sich an eine junge, moderne Zielgruppe. Der Veloster hat vier Sitze (der mittlere Rücksitz verfügt über hübsche Getränkehalter). Dieses ungewöhnliche Design verleiht dem Fahrzeug zusätzliche Spannung, während die dritte Tür auf der Beifahrerseite den Alltagsnutzen erhöht.

In Brasilien sorgt das Auto derweil für Kontroversen, da Hyundai es mit einem GDi-Motor mit Direkteinspritzung ankündigte, es aber nur mit einem MPi DUAL-Motor mit 128 PS zu kaufen gibt. Kunden, die bereits eine Anzahlung geleistet hatten, wurden gezwungen, die Variante mit dem MPi-Motor ohne jegliche Entschädigung durch die Marke zu akzeptieren oder die Transaktion zu stornieren, wobei sie die bereits gezahlten 10 % Anzahlung verloren. Obwohl es sich um denselben MPi-Motor mit 128 PS handelt, der auch im in Chile verkauften Veloster von Hyundai zum Einsatz kommt, gibt die Fahrzeugzulassung 140 PS an. Zudem wurden in der Werbung Optionen gezeigt, die in den in Brasilien verkauften Fahrzeugen gar nicht angeboten werden. Aus diesem Grund haben die brasilianischen Behörden ein Ermittlungsverfahren gegen Hyundai wegen betrügerischen Verhaltens eingeleitet.

Entwickelt, um die Lücke zu füllen, die der Hyundai Tiburon (in Südkorea auch Tuscani, in vielen anderen Märkten Coupe genannt) hinterlassen hat, ist der Hyundai Veloster ein globales Modell. In den meisten Teilen der Welt kommt der 1,6-Liter-Benziner mit Direkteinspritzung („GDi“) und 140 PS zum Einsatz. Serienmäßig ist ein Sechsgang-Schaltgetriebe an Bord, optional gibt es ein Doppelkupplungsgetriebe mit ebenfalls sechs Gängen und Schaltpaddeln am Lenkrad.

Der Veloster verbraucht im Schnitt 5,9 l/100 km (40 mpg). Auf der Seoul Motor Show 2011 präsentierte die koreanische Marke eine aufgeladene Version dieses Motors namens T-GDi. Sie leistet 208 PS bei 6.000 U/min. Kürzlich haben wir eine Reihe von Erlkönigfotos dieser Version gesehen, aber Hyundai hat nun die offizielle Vorstellung auf der bevorstehenden Detroit Auto Show bestätigt, die in wenigen Tagen beginnt. In den USA beginnen die Preise bei 17.300 US-Dollar für die Standardversion, dazu gibt es zwei Pakete für jeweils 2.000 US-Dollar: Tech und Style. Außerhalb dieser Pakete gibt es keine Optionen, was zu drei Ausstattungsvarianten führt: „Base“, „Style“ und „Tech“. Jede Version ist optional mit dem DCT-Automatikgetriebe (1.250 US-Dollar) erhältlich. In Spanien startet der Veloster bei 18.955 Euro und ist in drei Ausstattungslinien wählbar: „Veloster“, „Sport“ und „Sport S“. Das DCT-Automatikgetriebe ist nur für die Varianten „Sport“ und „Sport S“ verfügbar und kostet 1.650 Euro.

Der Antrieb liefert im oberen Drehzahlbereich viel Leistung. Das bedeutet, dass man für eine gute Antwort das Getriebe stark nutzen muss, was den Kraftstoffverbrauch in die Höhe treibt. Fährt man hingegen bei niedrigen Drehzahlen, zeigt sich der Motor träge, sodass man herunterschalten muss, um bei Steigungen oder Überholmanövern etwas mehr Kraft zu bekommen.

Der Hyundai Veloster ist serienmäßig mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Tagfahrlicht, beheizbaren Außenspiegeln, einem Heckspoiler, Klimaanlage, einem in Höhe und Tiefe verstellbaren Lenkrad, Tempomat, Stoff-Sitzen mit Veloster-Logo, einem höhenverstellbaren Fahrersitz, umklappbaren Rücksitzen, einer Soundanlage mit 6 Lautsprechern, CD-Player, Satellitenradio (nur in der US-Version), USB/iPod- und Aux-Anschluss ausgestattet. Die europäische Version umfasst zudem Nebelscheinwerfer und Blinker in den Außenspiegeln. Ebenfalls serienmäßig sind der 7-Zoll-Touchscreen, der Video- und Bildwiedergabe ermöglicht, die Freisprecheinrichtung per Bluetooth und die Sprachsteuerung.

Für den US-Markt sind die Optionen in zwei Pakete unterteilt. Das Style-Paket umfasst 18-Zoll-Felgen, einen Chrom-Kühlergrill mit schwarzen Glanzelementen, Nebelscheinwerfer, ein Panorama-Schiebedach, ein Premium-Soundsystem mit 8 Lautsprechern sowie Lederpolster für Sitze, Lenkrad und Schaltknauf. Das Tech-Paket fügt automatische Lichtsteuerung, hintere Parksensoren, ein Navigationssystem und eine Rückfahrkamera hinzu. Hyundai bietet außerdem optionale Seitenaufkleber an. In der europäischen Version, speziell der spanischen, sind als einzige Optionen Metallic-Lackierung und 18-Zoll-Felgen mit TMPS (Reifendruckkontrolle) erhältlich.

Das auffälligste Merkmal des Hyundai Veloster ist zweifellos sein Drei-Türer-Design. Auf der Fahrerseite ermöglicht die coupéartige Tür einen leichten Ein- und Ausstieg, während die beiden Türen auf der Beifahrerseite den Zugang zu den hinteren Plätzen erleichtern. Die Vordersitze bieten in Kurven guten Seitenhalt, und die Dämpfung ist für lange Strecken ausreichend komfortabel. Das Interieur-Design wirkt insgesamt jugendlich und modern, ohne übertrieben oder verspielt zu sein. Es gibt reichlich Hartplastik, aber mit einer guten Textur für eine ansprechendere Optik.

Im Fond ist der Veloster nicht ganz so geräumig wie andere traditionelle Kompaktvans. Die Kopfstützen der Rücksitze sind recht niedrig montiert, und die Kopffreiheit wird durch die abfallende Dachlinie eingeschränkt. Unsere Köpfe sind der Sonne ausgesetzt (obwohl die Scheibe in diesem Bereich leicht getönt ist), aber zumindest gibt es ausreichend Bein- und Fußraum.

Der Hyundai Veloster basiert auf der stark überarbeiteten Plattform des Elantra und präsentiert sich mit einem extrovertierten, vielleicht etwas überzeichneten Linienstil, bleibt aber dennoch ein erschwinglicher Kompakter. Dennoch bietet der Veloster überraschend viel Fahrspaß. Der kleine Vierzylinder-Motor wird einen zwar nicht mit seiner Beschleunigung umhauen, aber das Fahrverhalten ist ausgewogen und berechenbar. Unebenheiten und Spurrillen meistert er trotz der sportlicheren Abstimmung des Fahrwerks mühelos.

Im Alltag ist der Innenraum in Bezug auf Wind- und Motorengeräusche recht leise, allerdings sind die Abrollgeräusche deutlich wahrnehmbar. Bisher hatten wir keine Gelegenheit, das DCT (Doppelkupplungsgetriebe) zu testen.

Obwohl der Veloster nicht für Enthusiasten entwickelt wurde – das bleibt der kommenden Turbo-Version vorbehalten – fährt er sich recht ordentlich. Er ist straff, aber nicht zu hart abgestimmt, liegt gut in den Kurven und quietscht mit den Reifen, um zu signalisieren, wann die Vorderachse auszubrechen droht. Die elektrische Servolenkung von Hyundai erlaubt entspanntes Autobahnfahren, ohne dass man ständig am Lenkrad korrigieren muss, und vermittelt dennoch ein gutes Kurvengefühl.


Daten des getesteten Fahrzeugs:

  • Hubraum: 1.591 cm³.
  • Leistung: 140 PS bei 6400 U/min.
  • Max. Drehmoment: 167 Nm bei 4850 U/min.
  • Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h / 124 mph.
  • 0–100 km/h: 9,7 Sek. 0–60 mph: 8,8 Sek.
  • Verbrauch: 5,9 l/100 km – Stadt 28 / Land 40 / kombiniert 32 MPG.
  • CO₂: 148 g/km – 0,60 lb/mile.
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe.
  • Leergewicht: 1.260 kg / 2584 lb.
  • Tankinhalt: 50 Liter / 13,2 Gallonen.
  • Länge: 4220 mm / 166,1 in.
  • Breite: 1790 mm / 70,5 in.
  • Höhe: 1399 mm / 55,1 in.
  • Radstand: 2650 mm / 104,3 in.
  • Kofferraumvolumen: 320 Liter.
  • Luftwiderstandsbeiwert (cW): 0,30.
  • Gewichtsverteilung: 60/40 %.

Ausstattung:

  • Fahrersitz höhenverstellbar.
  • Zentralverriegelung mit Klappschlüssel.
  • Automatische Klimaanlage.
  • Elektrische Servolenkung.
  • Elektrische Fensterheber vorne.
  • Mittelarmlehne vorne.
  • Höhenverstellbare Kopfstützen vorne und hinten.
  • Beheizbare Außenspiegel.
  • Elektrisch einstellbare Außenspiegel mit integrierten Blinkern.
  • Stoffpolsterung in Schwarz.
  • Lenkrad höhen- und längsverstellbar.
  • Reifen 215/45 auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.
  • Bluetooth.
  • Audio- und Bluetooth-Bedienelemente am Lenkrad.
  • Bordcomputer.
  • Radio CD + MP3 mit AUX-, USB- und iPod-Anschluss, 7-Zoll-Touchscreen und Sprachsteuerung.
  • ABS mit EBD.
  • Seiten- und Vorhangairbags.
  • Beifahrer-Airbag deaktivierbar.
  • BAS (Bremsassistent).
  • Doppel-Frontairbag.
  • ESP.
  • Nebelscheinwerfer vorne.
  • LED-Tagfahrlicht.
  • Regensensor.
  • ISOFIX-Kindersitzbefestigung.
  • ESS (Notbremslicht-Assistent).
  • HAC (Berganfahr-Assistent).
  • VSM (Stabilitätsmanagement).

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– Unser Urteil:

Ericks Meinung:

Auf den ersten Blick ist der Veloster ein sehr attraktives Auto, nicht nur von außen, sondern auch im Innenraum. Ob geparkt oder auf der Rennstrecke – Hyundai hat zweifellos ein Auto geschaffen, das aus jedem Blickwinkel gut aussieht. Und das ist nicht das Einzige, was meine Aufmerksamkeit erregt hat. Hyundai hat den Farben zudem sehr einprägsame Namen gegeben, wie zum Beispiel das Auto, das ich gefahren bin, heißt Vitamin C.

Eine weitere Sache, die meine Aufmerksamkeit erregte, war, wie der Veloster das 3-Türer-Konzept umsetzt. Das Design nutzt die drei Türen wirklich sinnvoll. Im Innenraum hilft die große Scheibe der Fahrertür enorm beim Blick nach außen. Ich habe die Angewohnheit, beim Spurwechsel aus dem Fenster zu schauen, aber manchmal versperrt die Säule die Sicht (bei Limousinen). Mit dem Veloster kann man etwas mehr sehen.

Beim Fahren ist das Armaturenbrett gut ausgeleuchtet, und mir gefallen die blauen und weißen Lichter sehr, die zu diesem sauberen und klaren Look beitragen, den dieses Auto braucht. Der Bildschirm bringt zudem eine großartige Funktion ins Fahrzeug: Man kann Filme schauen (ein iPhone-Kabel war im Lieferumfang enthalten, aber die Nutzung ist nur im Stand möglich). Ein Touchscreen verleiht dem Auto zusätzlich diesen futuristischen Technologie-Faktor, der es noch besser macht, da er serienmäßig verbaut ist.

Die Beschleunigung des Veloster ist nicht seine Stärke – natürlich wurde dieses spezielle Modell nicht dafür entwickelt. Es ist im Grunde ein gutes Auto, das einen zuverlässig ans Ziel bringt, dabei aber das ansprechende Design beibehält und gleichzeitig die Spritzigkeit hochhält. Die Integration der GDi-Motoren hat den Veloster im Vergleich zur Konkurrenz auf jeden Fall verbessert. Das Lenkrad fühlt sich sehr gut an, ist äußerst komfortabel und lässt sich mühelos drehen. Ich konnte problemlos eine 360-Grad-Drehung und das Lenkrad von links nach rechts bewegen, ohne auf Widerstand zu stoßen.

Letztendlich ist diese Veloster-Version die richtige Wahl für jeden, der ein gutes Auto sucht, individuell bleiben möchte, hohe Spritzigkeit, einen guten Preis und schon bald eine ordentliche Auswahl an Aftermarket-Teilen haben will.

Joses Meinung:

Das Design ist sehr gelungen und anders als alles, was ich bisher gesehen habe – nicht nur außen mit dem Türsystem und der fluiden Skulptur, sondern auch innen mit einem sehr markanten Armaturenbrett, dem 7-Zoll-Touchscreen-LCD und dem Supervision-Cluster (Tachometer). Im Gegensatz dazu sind die Rücksitze für Personen ab 1,75 m nicht zu empfehlen; der Kopf stößt ständig an die Heckscheibe. Hinzu kommt der modische Unsinn des mittleren Rücksitzes.

Für mich ist der Veloster ein sehr schöner Hatchback mit dem besonderen 2+1-Türsystem, das einem gleichzeitig ein Coupé und einen kompakten Fünftürer bietet – mit einem exzellenten Design (das nicht jedem gefallen muss). Ich habe den Veloster in Weiß getestet (EU-Spezifikation) und fand die Farbe vielleicht etwas langweilig, nicht auffällig genug. Ich bevorzuge die anderen verfügbaren Farben wie Vitamin C (wie der von Erick getestete), Boston Red oder Marathon Blue.

Das Fahrwerk ist sehr komfortabel (es filtert Unebenheiten der Straße hervorragend und blockt sie ab, sodass man sie im Innenraum nicht spürt) und hält das Fahrzeug in Kurven sehr gut in der Spur. Der Veloster fährt sich dank dieser guten Balance zwischen Agilität und Komfort sehr angenehm. Das sorgt für eine gute Stabilität bei kurvenreichen Strecken mit ständigen Richtungswechseln, wobei die Karosserie gut kontrolliert wird.

Zum Motor: Manche kritisieren die geringe Leistungsentfaltung (der Verbrauch ist generell sehr gut), aber ich denke, dieses Modell ist kein Sportwagen (und dieser Motor reicht für 80 % der Fahrer aus). Wenn man jedoch das Gaspedal voll durchtritt und das Getriebe nutzt, hat man eine ordentliche Beschleunigung und einen sehr rennsportlichen Sound (natürlich mit deutlich höherem Verbrauch). Für alles andere kommt in ein paar Tagen der Veloster Turbo.

Wenn ich wirklich einen Hatchback kaufen müsste, wäre dies ohne Zweifel meine Wahl.

Galerie: Hyundai Veloster 1.6 GDi Base (US-Markt).

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Galerie: Hyundai Veloster 1.6 GDi “Veloster” (EU-Markt).

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Dank an Coki Fotografía , Vandergriff Hyundai und AutoFima Hyundai:

Galerie

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