Start / Kia / 4. Oktober 2011

Test: 2012 Kia Rio 1.4 CRDi 90 PS Drive 5-Türer

Endlich haben wir den lang erwarteten Kia getestet, den All-New 2012 Kia Rio. Der koreanische Hersteller erneuert seinen Kompaktwagen mit einer neuen Generation, die das frische Design der jüngsten Modelle wie Sportage, Picanto und Optima übernimmt (Letztere kommt Anfang 2012 endlich nach Europa).

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Der neue Kia Rio wächst auf 4,04 Meter Länge (6 cm mehr als der Vorgänger Rio5 und 2,5 cm breiter). Auch der Radstand fällt mit 2,57 Metern (7 cm) deutlich länger aus als die bisherigen 2,50 Meter. Die viertürige Limousine wird es vorerst nicht in Europa geben.

Anfang nächsten Jahres wird der 2012 Rio5 durch eine Dreitürer-Version ergänzt, zunächst nur in Europa und Südkorea erhältlich. In Europa sind die Kia Rio mit zwei Benzinern (1.2 CVVT „Kappa“ mit 86 PS und 1.4 CVVT „Gamma“ mit 109 PS) sowie zwei CRDi-Dieseln (1.1 CRDi mit 75 PS und 1.4 CRDi mit 90 PS) erhältlich. Welche Motoren der Dreitürer bekommt, hat Kia noch nicht verraten. Alle Aggregate sind mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombinierbar, außer dem 1.2 CVVT, der nur mit einem Fünfgang-Getriebe angeboten wird.

             

Heute berichten wir ausführlich über unsere Eindrücke vom Diesel 1.4 CRDi mit 90 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe. Zuvor aber noch ein Wort zum anderen verfügbaren Diesel: dem sparsamen 1.1 CRDi mit 75 PS, der nur 3,2 Liter/100 km verbraucht (derzeit der Verbrenner mit dem geringsten Verbrauch und den niedrigsten Emissionen, der in Europa verkauft wird).

Diese hervorragenden Verbrauchswerte erzielt die “EcoDynamics”-Version (ab rund 12.000 Euro), die eine Reihe spezifischer Maßnahmen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs umfasst: ein intelligentes Start-Stopp-System (Kia nennt es ISG), Reifen mit geringem Rollwiderstand, einen luftwiderstandsoptimierten Kühlergrill, einen Schaltpunktanzeiger und einen Heckspoiler. Diese Version hat keine Klimaanlage, und diese ist auch nicht als Option erhältlich (um sie in einigen europäischen Märkten zu bekommen, muss man die Version ohne das EcoDynamics-Paket kaufen – 3,8 l/100 km –, die ab rund 13.000 Euro startet). In Europa ist das EcoDynamics-Paket nur mit dem 1.1 CRDi und dem 1.4 CVVT “Gamma” mit 109 PS erhältlich.

Bereits zuvor hatten wir diesen Motor im Venga getestet (den gleichen 1.4 CRDi), der einzige Unterschied war, dass diese Version 75 PS mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe hatte. Im Rio, mit 15 PS mehr, besserer Aerodynamik und geringerem Gewicht (1239 kg – Rio und 1342 kg – Venga), liefert der kleine Diesel in jeder Situation eine zufriedenstellende Leistung, ist komfortabel und stark genug, um das Auto problemlos zu bewegen. Obwohl der offizielle Normverbrauch bei nur 4,1 l/100 km liegt, ergab sich am Ende unserer Autobahn- und Stadtfahrten ein Verbrauch von 6,1 l/100 km. Der Rio ist auf der Autobahn sehr komfortabel und stabil und in der Stadt aufgrund des guten und weichen Fahrwerks sehr “kurzweilig” zu fahren.

Überraschend ist auch die Serienausstattung, die bereits in den günstigeren Versionen sehr umfangreich ist. So gehören beispielsweise in der “Basic”-Reihe Elemente wie die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC), sechs Airbags, Bordcomputer oder eine Berganfahrhilfe zur Serienausstattung. Allerdings ist in dieser Reihe keine Klimaanlage erhältlich (auch nicht als Option), diese gibt es erst ab der Reihe “Concept” (in Spanien). In anderen Ländern, wie dem Vereinigten Königreich, bietet Kia für die Basismotoren die “Air”-Reihe mit manueller Klimaanlage an.

Sowohl die Version “Drive” (wie unser Testwagen) als auch die “Emotion” verfügen über eine automatische Klimaanlage. Kia hat die optionale Ausstattung stark eingeschränkt (die einzige verfügbare Option ist Metallic-Lackierung für 300 Euro). Um Leichtmetallfelgen (bis zu 17 Zoll mit Reifen der Größe 204/45R17), ein Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Bildschirm oder ein Sportpaket zu erhalten, muss man sich an seinen Händler wenden.

 

Im Innenraum ist der Rio 2012 nicht nur leiser als sein Vorgänger, er wirkt sogar leiser als so manches Auto, das doppelt so viel kostet. Kia hat zudem Thinsulate (eine synthetische Faserdämmung) in den A- und B-Säulen verbaut, um die Ruhe im Fahrgastraum zu erhöhen. Das Interieur ist sehr komfortabel, der serienmäßige Fahrersitz ist sechsfach verstellbar und lässt sich bei Bedarf in der Höhe anheben und absenken. Das Raumgefühl in der Breite ist auf allen Plätzen spürbar – allerdings nur, wenn man vier der fünf Sitze nutzt (der mittlere Rücksitz ist aufgrund des härteren Polsters, der größeren Länge und der höheren Position im Vergleich zu den beiden äußeren Plätzen unbequem; zudem wird der Kopfraum nach oben hin knapper). Die Sitzposition ist für jeden Fahrer gut, da die Sitze zahlreiche Höhenverstellungen bieten – und das ist ein echter Pluspunkt (glauben Sie mir, ich bin 1,89 m groß), ebenso wie die höhenverstellbare Lenksäule (Tilt-Wheel).

Wie bereits erwähnt, kann man im Rio sehr nah am Boden sitzen – etwas, das manche Fahrer mögen werden, und sehr ungewöhnlich für ein Auto dieser Größe. Die Vordersitze bieten einen mehr als ausreichenden Halt, auch wenn sie keine ausgeprägten Seitenwangen haben (sie greifen besser als die des Kia cee’d). Die Kopfstützen sind sehr aktiv: Bei einem Heckaufprall folgen sie den Kopfbewegungen und bieten so einen guten Schutz vor Schleudertraumata. Die Ausstattungslinie „Drive“ hat nur vorne elektrische Fensterheber, hinten sind es manuelle. Der Instrumententräger ist sehr vollständig und gut ablesbar. Der Bordcomputer ist in allen Modellen verfügbar, verfügt über zwei Tageskilometerzähler (A und B) und zeigt den Durchschnittsverbrauch, die Durchschnittsgeschwindigkeit, die Restreichweite sowie die Fahrzeit der letzten Fahrt an.


Manche Fahrer werden den zweiten Tageskilometerzähler zur Kontrolle der gefahrenen Kilometer vermissen. Die Rückbank verfügt über einen nahezu flachen Boden, der die Positionierung der Füße und den Wechsel zwischen den Sitzen erleichtert, etwa wenn eine Tür aus irgendeinem Grund nicht geöffnet werden kann. Die Rückenlehnen lassen sich im Verhältnis 60/40 mühelos umklappen, die Sicherheitsgurte sind seitlich höher angebracht. Der Kofferraum fasst 288 Liter und verfügt über vier Haken zum Befestigen eines Netzes für Gepäckstücke, zwei kleine Mulden für Kleinteile – eine mit einem Netz auf der linken Seite, die andere mit einem Kunststoffdeckel auf der rechten Seite. Der Kofferraum wird von einer Glühlampe auf der linken Seite beleuchtet. Unter der “Laderaumabdeckung” befindet sich ein Notrad.

In dem von uns getesteten Modell umfasst die Ausstattungslinie “Drive” Lenkradtasten für Audio und Bluetooth (inklusive Freisprecheinrichtung), auch wenn sie sich von der vollständigeren Version “Emotion” unterscheidet, die einen Tempomaten bietet, der im Chrombereich des Lenkrads die Freisprechtaste und den Bordcomputer ersetzt (wir konnten dieses Modell beim Händler testen, und die Position dieser Bedienelemente ist unbequem).

Der Innenraum des Rio wirkt solide. Die Kunststoffmaterialien im Innenraum sind hart, aber von guter Qualität. Sie fühlen sich angenehm an und sehen gut aus. Alle Bedienelemente haben ein gutes Gefühl, insbesondere das Lenkrad und der Schaltknauf, die für den Fahrer sehr gut erreichbar sind. Hervorzuheben ist die Klimaanlagensteuerung mit neuen, an Flugzeugkabinen angelehnten Tasten. Wir fanden zahlreiche Ablagemöglichkeiten für verschiedene Gegenstände, auch wenn das Handschuhfach etwas klein ausfällt.

Kleinere Gegenstände lassen sich in den Türfächern, zwischen den Vordersitzen und an den Rückenlehnen der Vordersitze dank eines Netzes unterbringen. Das Handschuhfach hat kein Schloss. Zudem ist es sehr gut beleuchtet – dank der vorderen Sonnenblende mit Licht und zwei Dachleuchten, eine im vorderen Dachbereich und eine in der Mitte. Vor dem Schaltknauf verfügt die voll ausgestattete Version (wie die von uns getestete) über einen 12-V-Stecker, einen Zigarettenanzünder und einen USB-iPod-Anschluss mit AUX-Eingang.

Der derzeit in Südkorea gefertigte Kleinwagen (möglicherweise künftig auch in Zilina, wie der Venga) besitzt ein Fahrwerk, das für hohen Komfort sorgt: Es filtert Unebenheiten der Straße sehr gut heraus und unterdrückt sie so, dass sie im Innenraum kaum spürbar sind. Gleichzeitig hält es die Karosserie in Kurven souverän in der Spur. Der Rio fährt sich dank dieser gelungenen Abstimmung zwischen Agilität und Komfort äußerst angenehm. Das sorgt auch auf kurvenreichen Autobahnen für eine gute Stabilität, bei ständigen Richtungswechseln und harten Lastwechseln neigt er sich kaum.

Der Wagen ist sehr komfortabel, was auch an der sanft abgestimmten, aber mitunter etwas trägen Lenkung liegt. Das Einparken fällt leicht, doch in engen Straßen oder Garagen muss man aufgrund der Lenkübersetzung etwas mehr kurbeln. Vom Fahrersitz aus ist die Rundumsicht gut, lediglich nach hinten wird sie durch die kleine Heckscheibe und die breiten C-Säulen eingeschränkt. Auch nach vorne fällt die Sicht nicht immer leicht: Die stark gerundete Front (eiförmig) und die Armaturenbrettgestaltung (Bild) erschweren das exakte Einschätzen des vorderen Fahrzeugendes. Die Außenspiegel sind großzügig dimensioniert und bieten eine gute Sicht.

Wichtige Fakten:

  • Hubraum: 1.396 cm³.
  • Leistung: 90 PS bei 4000 U/min.
  • Drehmoment: 1750–2750 U/min.
  • Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h.
  • 0–100 km/h: 14,2 Sekunden.
  • Kraftstoffverbrauch: 4,1 l/100 km.
  • CO₂-Ausstoß: 109 g/km.
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe.
  • Leergewicht: 1.239 kg.
  • Tankinhalt: 43 Liter.
  • Länge: 4045 mm.
  • Breite: 1720 mm.
  • Höhe: 1455 mm.
  • Radstand: 2570 mm.
  • Kofferraumvolumen: 288 Liter.
  • Luftwiderstandsbeiwert (cW): 0,30.

Ausstattung:

  • ABS.
  • Elektronische Traktionskontrolle.
  • Bremsassistent.
  • Vier Scheibenbremsen, davon zwei belüftet.
  • Fahrer- und Beifahrerairbag mit Deaktivierungsschalter.
  • Höhenverstellbare Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern auf Fahrer- und Beifahrerseite.
  • Zwei höhenverstellbare Kopfstützen vorne, drei höhenverstellbare Kopfstützen hinten.
  • Isofix-Vorbereitung.
  • Höhenverstellbarer Sicherheitsgurt auf der Fahrerseite hinten, höhenverstellbarer Sicherheitsgurt auf der Beifahrerseite hinten, Dreipunktgurt auf dem mittleren Rücksitz.
  • Front- und Seitenvorhangairbags vorne und hinten.
  • Seitenairbag vorne.
  • Stabilitätskontrolle.
  • Halogen-Scheinwerfer.
  • Nebelscheinwerfer vorne.
  • Berganfahrhilfe.
  • Automatische Klimaanlage mit vollautomatischer Regelung und einer Klimazone.
  • Zentralverriegelung: Fernbedienung inklusive Diebstahlsicherung.
  • Elektrisch verstellbare Außenspiegel in Wagenfarbe.
  • Elektrische Fensterheber vorne mit One-Touch-Funktion auf einer Seite, manuelle Fensterheber hinten.
  • Servolenkung.
  • Lederlenkrad, multifunktional, höhen- und längsverstellbar.
  • Audiosystem mit CD-Player (MP3-kompatibel); Radioempfang AM/FM/LW und RDS.
  • Sechs Lautsprecher.
  • Bluetooth-Freisprecheinrichtung.
  • Fahrersitz: Einzelsitz, beheizbar, höhenverstellbar; Beifahrersitz: Einzelsitz, beheizbar.
  • Asymmetrisch umklappbare Rücksitzbank: Sitzbank für drei Personen; neigbar, ohne elektrische Verstellung.
  • Fünf Sitzplätze in 2+3-Konfiguration.
  • Lackierte Stoßfänger vorne und hinten.
  • Elektrisch verstellbare Außenspiegel in Wagenfarbe; beheizbar mit integrierten Blinkleuchten.

Die komplette Galerie:

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Besonderer Dank an Coki Photography und:


Galerie

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Kommentare

4 Kommentare
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